Der dritte Mann

Der dritte Mann von Graham Greene

Der dritte Mann von Graham Greene

Wien nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Stadt ist von den Siegermächten besetzt, der Schwarzmarkt blüht. Einer der mysteriösesten Schieber ist Harry Lime. Der lädt den von ihm seit Kindertagen bewunderten Westernautor Rollo Martins in die österreichische Hauptstadt ein, doch als dieser eintrifft, kommt er nur noch gerade rechtzeitig zu Limes Bestattung. Kurz zuvor war dieser bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Oder etwa doch nicht? Martins beginnt mit eigenen Nachforschungen. Dabei muß er feststellen, daß Lime kein unschuldiger Kleinkrimineller, sondern durch seinen Handel mit verdünnten Medikamenten den Tod mehrerer Kinder auf dem Gewissen hat. Doch Rollo findet noch mehr heraus. Bei seinen Gesprächen mit Augenzeugen stößt er immer wieder auf einen ominösen „dritten Mann“, den alle am Tatort gesehen haben wollen. Wieso aber ist der unauffindbar? Rollo stellt sich der Polizei als Lockvogel zur Verfügung, um den Unbekannten aus seinem Versteck zu locken und den Fall aufzuklären.

Greenes Erzählung „Der dritte Mann“ (1950) ist ein faszinierender Thriller aus der früheren Zeit des Kalten Kriegs. Durch die Verfilmung von Carol Reed mit Orson Welles und Joseph Cotton in den Hauptrollen wurde er weltberühmt.

„Der dritte Mann“ als Buch zu lesen ist faszinierend, denn es wurde eigentlich nur geschrieben, um verfilmt zu werden. Trotzdem ist es nicht schlechter als der gleichnamige Film, ganz im Gegenteil!

Das Buch bietet dem Leser, der den Film schon kennt, einen tieferen Einblick in seine Figuren. Gerade Rollo Martins (der im Film Holly Martins heißt) lernt man viel besser kennen, seine Motivation, seinen Drang, Harry Lime zu finden.

Denn anders als im Klappentext geschrieben, ist es nicht Lime, der den drittklassigen Schriftsteller Martins bewundert. Nein, Martins ist es, der schon seit der Schulzeit bewundernd zu Lime aufgeblickt hat, obwohl der ihn auch damals nicht gerade gut behandelt hat.

Diese zusätzliche Perspektive auf die schon bekannten Figuren, aber auch die interessante Erzählperspektive (denn es wird nur indirekt aus Martins‘ Sicht geschrieben) machen das Buch „Der dritte Mann“ zu einem echten Highlight. Und auch wenn man den Film nicht kennt (gibt es wirklich Leute, die diesen tollen Film NICHT kennen?), sollte man „Der dritte Mann“ lesen. Diesen großartigen Thriller darf man sich einfach nicht entgehen lassen!

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