Pong

Pong von Sibylle Lewitscharoff

Pong von Sibylle Lewitscharoff

Was für ein herrlich absurdes Buch! „Pong“ habe ich auf der Buchmesse 2006 entdeckt und auch gleich … ahm … mitgenommen, so begeistert war ich nach dem ersten Anlesen. Sibylle Lewitscharoff war nicht von ungefähr dieses Jahr für den Deutschen Buchpreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nomminiert. Zwar nicht mit dem „Pong“ sondern mit „Consummatus“, aber das macht dieses Buch hier nicht weniger gut. (Tatsächlich hat die Autorin für einen Ausschnitt aus „Pong“ 1998 den Ingeborg-Bachmannpreis bekommen.)

Lewitscharoff erzählt in „Pong“ aus der Sicht eines Wahnsinnigen. Dieser titelgebende Held ist anders und zwar auf so viele Arten, daß man sie gar nicht alle aufzählen kann. Dabei interagiert er relativ normal mit seiner Umgebung und fällt wohl auch nicht sonderlich aus der Reihe. Nur seine Wahrnehmung der Welt ist vollkommen verschieden von der unseren.

Dabei wird so konsequent aus Pongs Blickwinkel erzählt, seine Handlungen und Gedanken so in sich logisch und folgerichtig dargestellt, daß man als Leser völlig in Pongs Welt eintauchen kann. Tatsächlich fragt man sich immer wieder, ob die Dinge, die Pong so erlebt, wirklich passieren oder ob sie nur in seiner Phantasie stattfinden. Und dabei ist es egal, wie absurd sie teilweise sind, Lewitscharoff schafft es, Pongs Erlebnisse sehr überzeugend und realistisch darzustellen.

„Pong“ ist ein wirklich gelungenes sprachliches Experiment, eine absurde Spielerei, die wunderbar konsequent zu Ende gedacht wird. Schön, daß es immer noch und immer wieder deutschsprachige Autoren gibt, die so zu verzaubern wissen!

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