Fridericus – Der Alte Fritz

Fridericus - Der Alte Fritz von Johannes Meyer

Fridericus - Der Alte Fritz von Johannes Meyer

Anfang der 1760er-Jahre steht der Siebenjährige Krieg, in dem Preußen gegen die europäischen Großmächte Österreich, Frankreich und Russland kämpft, kurz vor der Entscheidung. Die preußische Armee hat verheerende Niederlagen erlitten; Friedrich der Große entgeht in Brandenburg nur knapp der Gefangennahme durch österreichische Verschwörer. Mit allen verfügbaren Truppen sowie General Zietens Husaren kann Friedrich dann aber Berlin den Russen entreißen und den Sieg erringen.

„Fridericus – Der Alte Fritz“ ist ohne Zweifel ein künstlerisch sehr gut gemachter Film. Schnitt, Beleuchtung, Musik, die schauspielerische Leistung, alles ist topp. Gerade durch den Kunstgriff, nicht linear zu erzählen, sondern einzelne Szenen aneinanderzureihen, quasi schlaglichtartig verschiedenste Begebenheiten und Begegnungen aus den Leben Friedrichs II. zu beleuchten, entsteht eine ganz eigene Dynamik und Spannung.

Das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß der 1937 produzierte Film vor allem eines ist: Propaganda! Der alte Fritz wird als strenger aber menschlicher Herrscher dargestellt, dem sein Volk am Herzen liegt, der sich um die Armen sorgt und ein gutes, ja kameradschaftliches Verhältnis zu seinen Soldaten hat. Gleichzeitig fordert er alle immer wieder auf, durchzuhalten und sich gefälligst bitteschön für den Staat zu opfern. Am makabersten dabei ist mir die Szene in Erinnerung geblieben, in der er von Bauern dazu aufgefordert wird, endlich Frieden zu machen. Seine so freche wie zynische Antwort: „Das würde ich gern, aber ich kann nicht.“ (Wer, wenn nicht der König kann das sonst?) Parallelen zu Hitler und dem 3. Reich sind da natürlich zu finden und gewollt.

Und ein weiteres Mal frage ich mich, wieso deAgostini ausgerechnet solche Filme für diese Reihe ausgesucht hat …

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