Going Postal

Going Postal von Terry Pratchett

Going Postal von Terry Pratchett

Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie vielseitig Terry Pratchett als Schriftsteller ist. Seine Erfindung, die Scheibenwelt, war ursprünglich lediglich eine Satire auf schlechte Fantasy-Literatur. Mittlerweile aber benutzt er sie, um Romane jeglichen Genres zu schreiben. Dabei reicht seine Spanne von Märchen über Krimis, von philosphischen Werken bis hin zu Geschichten über Trickbetrüger:

Moist von Lipwig is a con artist and a fraud and a man faced with a life choice: be hanged, or put Ankh-Morpork’s ailing postal service back on its feet.

It was a tough decision.

But he’s got to see that the mail gets though, come rain, hail, sleet, dogs, the Post Office Workers Friendly and Benevolent Society, the evil chairman of the Grand Trunk Semaphore Company, and a midnight killer.

Getting a date with Adora Bell Dearheart would be nice, too.

„Going Postal“ ist mein Lieblings-Pratchett bisher. Das mag natürlich vor allem daran liegen, daß ich Geschichten mit Trickbetrügern am liebsten mag. Es ist einfach herrlich, Moist von Lipwig (was für ein Name!) dabei zuzusehen, wie er den größten Trick seines Lebens abzieht. Schön vor allem, weil er sich immer wieder einmal dabei ertappt, daß er dabei auf sich selbst hereinfällt. Und seine Tricks sind wunderbar ausgedacht, es macht wirklich Spaß allen Fäden zu folgen.

Gleichzeitig ist „Going Postal“ auch an vielen Stellen sehr berührend. Die Bräuche der Nachrichtenleute auf den Clacks vor allem lassen einem oft eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Die Tradition, den Namen eines tödlich verunglückten Clacks-Man über die Nachrichtentürme „nach Hause zu senden“, zum Beispiel ist wirklich großartig. Oder auch daß sie den Namen von Adora Bell Dearhearts Bruder im „Overhead“ (dort werden die internen Anweisungen übermittelt) am Leben halten:

[…] ‚We keep that name moving in the Overhead,‘ he said, and it seemed to Princess that the wind in the shutter arrays above her blew more forelorny, and the everlasting clicking of the shutters grew more urgent. ‚He’d never have wanted to go home. He was a real linesman. His name is in the code, in the wind in the rigging and the shutters. Haven’t you ever heard the saying „A man’s not dead while his name is still spoken“?‘

Einfach nur woah …

Dieses wirklich phantastische Buch von der kultivierten und so durch und durch britischen Stimme von Tony Robinson vorgelesen zu bekommen ist ein zusätzliches Bonbon, das die Geschichte noch ein wenig besser macht. Robinson liest angenehm im Tempo und im Ausdruck, wobei er den einzelnen Personen ihre individuelle Stimme gibt ohne in große Theatralik zu verfallen.

Ein absolut geniales Hörbuch, das eigentlich jeder haben sollte!

PS: Dieses Buch hat noch vielen anderen gefallen. So sehr, daß sie mittlerweile Briefmarken im Stil von „Going Postal“ vertreiben, die „Discworld Stamps“.

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