Die Geisha

Die Geisha von Arthur Golden

Die Geisha von Arthur Golden

Zu Beginn der 30er Jahre wird das einfache Fischermädchen Chiyo in die alte Kaiserstadt Kyoto gebracht. Nach einer qualvollen Ausbildung steigt sie zu einer der begehrtesten Geishas in ganz Japan auf. Doch ihr Traum vom privaten Glück erfüllt sich erst nach dem Untergang der alten Geisha-Kultur.

„Die Geisha“ ist wohl eines der Bücher, um das man irgendwann gar nicht mehr herum kommt, wenn man sich für Literatur aus/über Japan interessiert. Immerhin ist dieses Buch schon sowas wie ein Klassiker.

Natürlich war ich skeptisch, wie bei allen Büchern, die Westler über Asien/Japan schreiben. Aber ich muß sagen, Arthur Golden hat es geschafft, mich von seinem Roman zu überzeugen. Zunächst einmal gefällt mir die Form, die er für sein Werk gewählt hat. Er läßt die fiktive Geisha Sayuri „ihre Geschichte“ erzählen und schafft damit quasi eine fiktive Biographie (und ich mag Biographien). Außerdem ist es ihm außerordentlich gut gelungen, die Subtilität des japanischen Lebens einzufangen.

In „Die Geisha“ passiert im Grund nicht allzu viel: Ein Mädchen wird nach Tokyo verkauft und soll eine Geisha werden. Erst versucht sie wegzulaufen und wird zur Strafe Dienerin, dann verliebt sie sich und will doch Geisha werden. Sie schafft es, steigt immer höher auf, bis der Krieg ihr gemütliches Leben stört. Auch nach dem Krieg arbeitet sie weiter als Geisha, kommt endlich mit dem Mann zusammen, den sie liebt, und macht schließlich in New York ihr eigenes Teehaus auf. Und das war es auch schon.

Trotzdem ist es faszinierend, einfach das Leben der Geishas zu beobachten und in ihre geheime Welt einzutauchen. Intrigen, dezenteste Andeutungen, starre Rituale und immer wieder die Kunst machen den Alltag dieser Frauen aus, etwas, das wir Westler und kaum oder nur sehr schwer vorstellen können. Es ist Golden hoch anzurechnen, daß er nicht der Versuchung erlegen ist, unnötige dramatische Elemente in sein Buch einzubauen, und es dennoch geschafft hat, es durch und durch spannend zu machen. Er zeigt „seine“ Geishas in all ihrer seltsamen und ungewohnten Schönheit und gleichzeitig in all ihrer niederträchtigen Häßlichkeit.

Schade, daß die Verfilmung des Buchs, nicht das selbe Niveau erreicht. Statt einen Film über Geishas zu machen, hat man sich hier lieber dazu entschieden, „klassische Schönheit“ abzubilden (und die dann auch noch von durch die Bank chinesischstämmigen Schauspielerinnen darstellen zu lassen). Einer der Filme, die man sich gründlich sparen kann! Da sollte man wirklich lieber das Buch lesen.

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