Die Letzten ihrer Art

Die Letzten ihrer Art von Douglas Adams

Die Letzten ihrer Art von Douglas Adams

Früher fuhr Kultautor Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“. Hier unternimmt er mit dem Zoologen Mark Carwardine eine Reise rund um den Globus, zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten des Planeten Erde, zu der Drachenechse von Komodo, zum größten und fettesten Papagei der Welt auf Neuseeland und zu den hörgeschädigten Delphinen des Yangtse.

Originell, phantasiereich und mit viel Humor dokumentiert er, was wirklich kaum zu glauben ist …

„Die Letzten ihrer Art“ ist ein herrlich unsachliches Sachbuch, das sich über weite Strecken wie ein Expeditionsbericht aus einem früheren Jahrhundert liest. Douglas Adams taucht ein in fremde Welten, wundert sich über sie, philosophiert, staunt.

Es ist dieses Staunen, das für mich „Die Letzten ihrer Art“ zu einem außerordentlichen Buch macht. Man merkt Adams den Respekt an, den er für diese Welt und ihre Bewohner empfindet, Tiere wie Menschen. Selbst sein berühmter Humor transportiert diesen Respekt, dieses Staunen. Es ist wirklich erstaunlich, wie sich hier eine fast kindliche Faszination gegenüber der Welt, in der wir leben, paart mit großer Nachdenklichkeit. Immer wieder denkt Adams darüber nach, was die Tiere, die er beobachtet, wohl empfinden mögen, immer wieder warnt er davor, sie zu vermenschlichen. Und immer wieder ertappt er sich dabei, genau das zu tun.

„Die Letzten ihrer Art“ handelt aber nicht nur von den seltsamen und seltenen Tieren, die Adams und der Biologe Mark Carwardine besuchen und beobachten. Immer wieder stehen auch die Menschen im Mittelpunkt, die sich mit dem Schutz dieser Tierarten befassen. Und so war es schließlich das Nachwort von Carwardine, das mich nach all dem Schmunzeln und der Nachdenklichkeit zu Tränen gerührt hat. Hier einige Auszüge daraus:

In jeder noch so entlegenen Ecke gibt es Menschen wie Carl Jones und Don Merton, die ihr Leben der Rettung dieser Arten verschrieben haben. Allzu häufig ist ihre Entschlossenheit alles, was zwischen einer bedrohten Art und deren Aussterben steht.

Aber warum machen sie sich die Mühe? Ist es denn wirklich so schlimm, wenn der Yangtse-Delphin […] oder irgendeine andere Art lediglich in den Notizbüchern von Wissenschaftlern weiterleben?

Ja, das ist es. Jedes Tier und jede Pflanze ist ein unerläßlicher Bestandteil seiner beziehungsweise ihrer Umgebung: […] Tiere und Pflanzen versorgen uns mit lebensrettenden Arznei- und Nahrungsmitteln, […] Ironischerweise sind es häufig nicht die großen, schönen Geschöpfe, sondern die häßlichen und weniger aufssehenerregenden, die wir am nötigsten brauchen.

[…]

Es gibt noch einen letzten Grund, sich zu kümmern, und ich glaube, daß er allein ausreicht. Jenen Grund, der zweifellos die vielen Menschen antreibt, die ihr ganzes Leben damit zubringen, sich den Interessen von Nashörnern, Sittichen, Kakapos und Delphinen zu widmen. Es ist ein sehr einfacher Grund: Die Welt wäre ärmer, dunkler und einsamer ohne sie.

Dem ist eigentlich nur noch eines hinzuzufügen: Jeder, der „Die Letzten ihrer Art“ liest, wird sich am Ende von Adams‘ Bericht sicher sein, daß für ihn nur dieser letzte Grund gezählt hat.

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