Die Stunde des Samurai

Die Stunde des Samurai von Takashi Matsuoka

Die Stunde des Samurai von Takashi Matsuoka

Nachdem Japan zwei Jahrhunderte vom Ausland isoliert war, wagen 1861 drei junge Amerikaner die Reise in das fremde, faszinierende Land. Dort finden sie in dem jungen Fürsten Genji einen mächtigen Schutzherrn. Doch Genji hat erbitterte Feinde, und wider Willen werden die drei Neuankömmlinge in einen leidenschaftlichen, blutigen Konflikt um Tradition und Macht, um Liebe und Verrat hineingezogen …

„Die Stunde des Samurai“ ist trotz seiner Länge von 510 Seiten ein Buch, das man sehr schnell gelesen hat. Es ist nämlich wirklich spannend! Kämpfe, Intrigen, Politik, Vorahnungen, Liebe, Samurai, Ninja, Westernhelden … das Buch hat alles davon und noch mehr.

Schön ist dabei vor allem, daß Takashi Matsuoka es sehr gut schafft, die Geisteshaltung, die Philosophie der Samurai in seinen Roman zu transportieren. Matsuoka weiß, wie Samurai denken, und das merkt man dem Buch an. Natürlich wird „Die Stunde des Samurai“ dadurch ziemlich blutig, denn Gnade ist ganz sicher nicht eine der Tugenden der Samuraikaste. Gleichzeitig schafft der Autor es, die weiche und gefühlvolle Seite dieser blutrünstigen Krieger gut darzustellen. Wohl in kaum einem anderen so blutigen Action-Roman wird von den Protagonisten so viel aus Rührung geweint wie in diesem.

Bei all den guten Seiten des Buches gibt es natürlich auch etwas für mich sehr negatives. Nein, eigentlich zwei Sachen. Zum einen ist der eigentliche Held des Buches, Fürst Genji, eine nicht sehr sympathische Figur. Er ist eben kein traditioneller Samurai (was ich ihm schon übel nehme), wendet sich gegen vieles aus seiner eigenen Kultur ohne eine andere gänzlich anzunehmen, und … er hat auch noch unverschämtes Glück in allem was er tut. Fast schon ein wenig eine männliche Mary Sue: extrem gutaussehend, politisch erfolgreich, bei allen seinen Leuten beliebt, von den Frauen (und auch manchen Männern) begehrt usw. Oder aber (und das wäre genauso peinlich), der Autor spielt damit auf den berühmten Genji aus „Die Geschichte des Prinzen Genji“ an, der ja ebenfalls extrem gutaussehend, alles könnend und erfolgreich war.

Noch ärgerlicher aber ist, daß es Matsuoka für nötig befunden hat, sein tolles Samuraidrama mit Amerikanern aufzupeppen. Muß das sein? Kann man nicht einfach ein Buch nur über Japaner schreiben? Aber wahrscheinlich wäre das dann in den USA kommerziell nicht sehr erfolgreich … schade! Wenn diese Amerikaner halbwegs sympathisch gewesen wären, wäre es ja noch zu ertragen gewesen. Aber allein schon diese Emily Gibson, die so geil aussieht, daß sie in den USA von allen Männern sofort angetatscht und vergewaltigt wird, kaum daß sie einen Raum betreten hat, und deshalb nach Japan „flieht“ wo die Schönheitsideale ganz anders sind … unerträglich!

Da Emily auch im zweiten Band „Die Geliebte des Samurai“ wieder dabei ist, muß ich mir wirklich schwer überlegen, ob ich das Buch überhaupt lesen soll.

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