Briefe in die chinesische Vergangenheit

Briefe in die chinesische Vergangenheit von Herbert Rosendorfer

Briefe in die chinesische Vergangenheit von Herbert Rosendorfer

Ein chinesischer Mandarin aus dem 10. Jahrhundert gelangt mittels Zeitmaschine in das heutige München und sieht sich mit dem völlig anderen Leben der „Ba Yan“ und ihren kulturellen und technischen Errungenschaften konfrontiert. Die grotesken Erlebnisse und witzigen Kommentare des der deutschen Sprache und modernen Lebensweise zunächst unkundigen Chinesen ergeben eine vergnügliche Lektüre.

„Briefe in die chinesische Vergangenheit“ ist nicht nur eine vergnügliche Lektüre, wie der Klappentext verspricht. (Teilweise ist es sogar zum Schreien komisch.) Es ist vor allem eine wunderbare Eulenspiegelei, die sich Herbert Rosendorfer da erlaubt hat.

In Gestalt des Mandarin Kao-tai gelingt es ihm, den modernen Menschen einen Spiegel vorzuhalten. Und es ist ganz und gar nicht angenehm, was wir da zu sehen bekommen. Seien es unser Umgang mit der Umwelt, miteinander oder unserer Arbeit, seien es politische Überzeugungen oder der allgegenwärtige Fortschrittsglaube, zu allem hat Kao-tai etwas zu sagen, und meistens läuft es auf „die Zukunft ist ein Abgrund“ hinaus.

Aber „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ besticht nicht nur durch seine scharfen Beobachtungen und spitzen Bemerkungen. Man merkt dem Buch vor allem an, daß sich der Autor in der chinesischen Epoche, aus der er seinen Helden stammen läßt, gut auskennt und die asiatische Philosophie und Lebenshaltung der damaligen Zeit verstanden hat.

Ein ebenso feinsinniges wie unterhaltsames Buch, das man nur empfehlen kann.

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