Hauptsache glücklich

Hauptsache glücklich von Theo Lingen
Hauptsache glücklich von Theo Lingen

Axel Roth arbeitet als Spesenkontrolleur in einem großen Unternehmen. Ihm ist jedoch eher am privaten Glück als an der Karriere gelegen. Seine ehrgeizige Frau Uschi dagegen sähe ihn gern in einer gehobenen Stellung. Sie manipuliert daher eine Einladung zum Fest im Haus von Generaldirektor Arndt, um diesem ihren Axel als ambitionierten Mitarbeiter zu präsentieren. Doch der Plan schlägt fehl. Als sie dort noch dazu eine geliehene teure Brosche verliert, dessen Duplikat Axel nun abzahlen muß, ist das eine harte Prüfung für die junge Ehe.

„Hauptsache glücklich“ ist ein belangloser kleiner Film, der irgendwie versucht witzig zu sein und Humor daraus zu schlagen, daß zwei erwachsene Menschen sich gegenseitig nicht zuhören. Am Ende geht natürlich alles gut aus, alle freuen sich und erfolgreich sind sie auch noch. Toller Film, echt mal.

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Siddhartha

Siddhartha von Hermann Hesse
Siddhartha von Hermann Hesse

In „Siddhartha“ zeichnet Hermann Hesse den fiktiven Lebensweg der historischen Figur hinter Buddha nach. Aber tut er das tatsächlich?

In „Siddhartha“ wird ein Lebensweg hin zur Erleuchtung erzählt. Der junge Titelheld widmet sich zunächst Gebet und Askese, dann Wollust, Reichtum und Spiel, um schließlich Weisheit in der liebevollen Annahme der All-Einheit des Lebens zu finden. Es sind wunderbar tiefe Gedanken, die Hesse seinem Helden in den Mund legt:

„Wenn jemand sucht“, sagte Siddhartha, „dann geschieht es leicht, daß sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, daß er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur immer an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist. Suchen heißt: ein Ziel haben. Finden aber heißt: frei sein, offen stehen, kein Ziel haben. Du, Ehrwürdiger, bist vielleicht in der Tat ein Suchender, denn, deinem Ziel nachstrebend, siehst du manches nicht, was nah vor deinen Augen steht.“

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Das Attentat

Das Attentat von Harry Mulisch
Das Attentat von Harry Mulisch

Anton Steenwijk ist noch ein Junge, als das nationalsozialistische Deutschland die Niederlande besetzt. Als Widerstandskämpfer einen Offizier der holländischen Faschisten erschießen und den Leichnam vor dem Haus seiner Eltern ablegen, sind die Folgen für Anton dramatisch. Die Deutschen stecken sein Elternhaus in Brand, und Anton wird von seinen Familienangehörigen getrennt, die noch an Ort und Stelle umgebracht werden. Er wächst fortan bei einem Onkel auf und beginnt nach und nach, die Ereignisse zu verdrängen. Selbst als er nach Kriegsende vom schrecklichen Los seiner Angehörigen erfährt, verspürt er keinen Drang, die Täter ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen. Seine Berufswahl wirkt geradezu symbolhaft: Er arbeitet als Anästhesist, aber eigentlich, so scheint es, will er seine eigene traumatisierte Erinnerung betäuben. Doch immer wieder wird er mit der Vergangenheit konfrontiert, bis er eines Tages die Augen nicht mehr verschließen kann.

Mulischs Roman „Das Attentat“ (1982) ist eine meisterhaft erzählte Parabel vom Erinnern und Verdrängen, von kollektiver Schuld und individuellen Traumata. Sie ist spannend wie eine Detektivgeschichte und war der wohl größte literarische Erfolg in den Niederlanden der 80er Jahre.

Das vierte Buch der SZ-Bibliothek, das sich mit Krieg und den Folgen des Krieges beschäftigt. Dieses Mal aus der Sicht der Besetzten, der Niederländer. Harry Mulisch schafft es in „Das Attentat“, auf beeindruckende Weise zu demonstrieren, wie die Besatzung die Leute verändert. Kollaborateure, einfache Menschen, Opfer, sie alle werden vom Krieg, von der Besatzung berührt, verändert, geformt. Oft, ja meistens, zum Schlechteren.

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Ein Tagebuch im strikten Sinn des Wortes

Ein Tagebuch im strikten Sinn des Wortes von Bronislaw Malinowski
Ein Tagebuch im strikten Sinn des Wortes von Bronislaw Malinowski

„Ein Tagebuch im strikten Sinn des Wortes“ ist sicher nicht leicht zu lesen. Denn es ist wirklich und wahrhaftig komplett der reine Tagebuchtext. Sicher, ab und zu wird in kurzen Fußnoten erklärt, wer die einzelnen Personen sind, auf die Bronislaw Malinowski oft nur in Abkürzungen oder Initialen anspielt, aber ansonsten … nichts. Vor allem ist ganz deutlich zu spüren, daß Malinowski wirklich nur für sich geschrieben hat. Weder hat er auf seinen Satzbau irgendwie geachtet, noch sich (oder andere) in irgendeiner Art geschont oder schön geredet. Im Prinzip faßt es der Klappentext ganz gut zusammen:

In seinem Tagebuch aus den Jahren 1914-15 und 1917-18, das erst 1960 von der Witwe Malinowskis in der englischen Übersetzung zugänglich gemacht wurde, registriert der Ethnograph Malinowski seine Selbsterfahrung bei den Trobriandern.

Dieses Tagebuch zeigt weniger die Entwicklung einer theoretischen Verarbeitung der Feldforschung als Schwierigkeiten der Teilnahme am Leben einer anderen Gesellschaft.

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