Freddy, die Gitarre und das Meer

Freddy, die Gitarre und das Meer von Wolfgang Schleif

Freddy, die Gitarre und das Meer von Wolfgang Schleif

Seemann Freddy wurde in Genua betrunken in eine Messerstecherei verwickelt – nun sucht ihn die Polizei. Als blinder Passagier flüchtet Freddy nach Hamburg und liest im Hafen den aus dem Waisenhaus ausgerissenen kleinen Stefan auf. Um ihn und sich über Wasser zu halten, singt Freddy auf St. Pauli zur Gitarre. Dabei begegnet er der reizenden Kellnerin Susi. Doch gerade, als sich eine zarte Romanze anzubahnen scheint, taucht Matrose Jan auf, der Freddy aus Genua kennt und verraten könnte.

Genau wie „Freddy und die Melodie der Nacht“ ist auch „Freddy, die Gitarre und das Meer“ längst nicht so schlecht, wie man das dem Titel nach vermuten könnte. Wieder spielt die Geschichte in den unteren Schichten der Gesellschaft. Matrosen, Kneipenwirte und Waisenkinder sind ihre sympatischen Hauptfiguren. Der Staat und seine Organe werden nicht so ganz ernst genommen oder sogar gefürchtet (ist doch Freddy zumindest am Anfang des Films auf der Flucht vor der Polizei), die Helden des Streifens sind arm, müssen sich bescheiden, ja sind teilweise sogar obdachlos. Alles in allem recht sehenswert.

Allerdings stört mich in „Freddy, die Gitarre und das Meer“ mehr noch als in „Freddy und die Melodie der Nacht“ die Singerei. Klar, Freddy Quinn ist eben ein Sänger und natürlich hat man es sich dann zu der Zeit nicht nehmen lassen, diesen Gesang auch einzubauen. Und eigentlich hat man es sogar ziemlich clever gemacht, hat die Rolle des Freddy so ausgelegt, daß er eben als Straßenmusikant sein Geld verdient, und sogar noch den Dreh gefunden, daß ihn eine reiche Dame entdeckt und fördern will. Wieso dann noch zusätzlich solche extrem peinlich-albernen und völlig unnötigen Nummern wie dieses „La Paloma Cha Cha Cha“ eingebaut werden mußten, das erschließt sich mir so gar nicht. Aber wahrscheinlich ist das einfach der Stil der späten 50er (ich weiß schon, wieso ich die 50er eigentlich nicht mag).

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