Das dritte Auge

Das dritte Auge von Lobsang Rampa

Das dritte Auge von Lobsang Rampa

„Das dritte Auge“ hat mir ziemlich Spaß gemacht. Auf den ersten Blick ist das Buch eine Autobiographie:

Lobsang Rampa wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts in der tibetanischen Hauptstadt Lhasa geboren. Als Kind schon zum Priester und Mönchsarzt berufen, rückte er bald in die Reihe der höchsten Eingeweihten auf, die den Dalai Lama umgeben, und beendete sein Studium om chinesischen Chungking. Während des japanisch-chinesischen Krieges diente er als Stabsarzt in der chinesischen Luftwaffe. Die Japaner nahmen ihn mehrfach gefangen, aber es gelang ihm immer wieder zu entfliehen, das letztemal aus dem von der Atombombe zerstörten Hiroshima. Nach einer abenteuerlichen Reise, die ihn im Fischerboot nach Korea, in Güterzügen durch Sibirien nach Moskau führte, wurde er als Spion verhaftet und erst nach wochenlangen Untersuchungen wieder freigelassen. 1951 ließ er sich in England nieder und nahm seine ärztliche Tätigkeit wieder auf. Seine überaus packende Autobiographie „Das dritte Auge“ wurde bereits kurz nach dem ersten Erscheinen in England in zwölf Sprachen übersetzt.

Und was Autobiographien angeht, hat die sicher alles, was man sich nur wünschen kann: Ein exotisches Ambiente, wunderliche Bräuche, die Nähe zu prominenten Persönlichkeiten und natürlich eine humorvolle und hochbegabte Hauptfigur: Lobsang Rampa.

Die metaphysischen Kräfte und Fähigkeiten, die Rampa in seinem Buch beschreibt, sind zwar nicht das, was man in der westlichen Welt allgemein glaubt, aber warum sollten es die Tibetaner nicht glauben? Auch die Operation, die man an ihm vornimmt, um sein drittes Auge zu öffnen (man schlägt ihm ein Loch in seinen Stirnknochen, sehr „lecker“ beschrieben das Ganze), ist ungewöhnlich, aber nichts, was man sich nicht vorstellen kann. Immerhin wurden schon in der Steinzeit Schädelöffnungen durchgeführt (und überlebt!).

Als unser tibetanischer Lama dann aber auf einem abgelegenen Hochplateau die Yetis trifft und bei seiner Initiation als Abt die einbalsamierten Vorfahren der Menschen zu Gesicht bekommt (drei bis vier Meter große Außerirdische), kommen selbst dem freundlichsten Leser leichte Zweifel. Und wenn man sich dann einmal ein wenig über Lobsang Rampa informiert und nachliest, was er sonst noch so gemacht hat, wird das Buch schon wieder richtig gut!

Welche Chuzpe braucht es, um über so lange Zeit hin einen solchen Trickbetrug (und nichts anderes ist es, was der gute Cyril Henry Hoskin da durchgezogen hat) aufrecht zu erhalten! War das wirklich kaltblütige Berechnung? Oder hat Hoskin etwa an das geglaubt, was er der Welt erzählt hat? Fragen, die wohl leider nie mehr beantwortet werden können …

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