Das Leben und das Schreiben

Das Leben und das Schreiben von Stephen King

Das Leben und das Schreiben von Stephen King

Eigentlich mag ich Stephen King nicht. Also jetzt nicht falsch verstehen, als Mensch kann ich ihn nicht beurteilen. Aber seine Bücher, die kann ich so gar nicht leiden. Ist einfach nicht mein Stil. „Das Leben und das Schreiben“ allerdings habe ich mit großem Vergnügen gelesen. Und darum geht es:

Zum ersten Mal gibt Stephen King Einblick in sein Leben und die Entstehung seiner Romane und Geschichten. Spannend wie immer berichtet King von Kindheit und Jugendjahren, seinen Sehnsüchten, Ängsten und Glücksmomenten, seiner Lust am Schreiben.

Das Leben als Roman – ein kluges, sensibles und packendes Buch über gelebte Literatur.

Dabei ist die eine Hälfte des Buches Kings Biographie und die andere Hälfte eine Art Leitfaden für junge Autoren bzw. Leute, die gerne Schriftsteller werden möchten. Nicht umsonst heißt das Buch im amerikanischen Original „On Writing“.

Sympathisch vor allem an „Das Leben und das Schreiben“ ist, daß King kein Blatt vor den Mund nimmt und ohne Rücksicht auf Verluste seine Meinung schreibt. Ich schätze so etwas sehr. Denn wenn man einmal etwas als wahr erkannt hat, dann sollte man bitteschön auch dazu stehen!

Der Biographie-Teil des Buches ist deshalb konsequent ehrlich. Ohne Scheu berichtet King von seinen bescheidenen Anfängen, der Armut, in der er gelebt hat, und von seiner Alkohol- und Kokainsucht. Sehr berührend ist auch sein Bericht über den lebensgefährlichen Unfall, den er während des Schreibens dieses Buches hatte, und die Kraft, die er aus dem Schreiben für sein Leben und Überleben gezogen hat. Und durch all das hindurch ist immer und immer wieder Kings ebenso zärtliche wie unverkitschte Liebe zu seiner Frau Tabitha (Tabby) zu erkennen. In einer Zeit, in der fast schon mehr Ehen geschieden als geschlossen werden, ist es einfach nur erfrischend und angenehm, ein solches Vorbild zu sehen.

Der Literatur-Teil des Buches ist schlicht klasse. King bringt genau das auf den Punkt, was unzählige trockene Standardwerke und seltsame Literaturkurse zu vermitteln versuchen. Und er tut das unterhaltsam, direkt und völlig unverblümt. Er spricht zu seinem Leser in einer sehr alltäglichen Sprache, flucht auch schon einmal, macht flapsige Bemerkungen. Vielleicht muß man erst so berühmt und reich werden, um in dieser Form über Literatur sprechen zu können. Vielleicht trauen Dozenten und Theoretiker sich das nicht und verstecken sich lieber hinter Fachbegriffen und Fremdwörtern. Gemeint ist immer das selbe, nur … bei King versteht man es!

Ich kann „Das Leben und das Schreiben“ nur jedem empfehlen, der sich für Literatur interessiert. Man bekommt nicht nur eine faszinierende Biographie in die Hände, sondern auch einen extrem interessanten Einblick in das Arbeiten eines (erfolgreichen) Schriftstellers.

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