Mein Müßiggang

Mein Müßiggang von Italo Svevo

Mein Müßiggang von Italo Svevo

In „Mein Müßiggang“ sind vier Kurzgeschichten von Italo Svevo versammelt. Allen diesen Geschichten sind zwei Dinge gemeinsam. Zum einen werden sie alle aus der Sicht von alten Männern erzählt. Zum anderen geht es im Prinzip nur um Reminiszenzen, Gedanken und Reflexionen. Oft steigern sich die Protagonisten so in ihre Gedanken hinein, lesen in die Handlungen, Blicken und Worten ihrer Gesprächspartner Dinge hinein, daß sie richtiggehend handlungsunfähig werden. Sprachlich sind diese Geschichten sehr schön, allerdings sind sie nicht sehr spannend und die Handlung plätschert oft nur so dahin.

Hier ein kurzer Überblick über die vier Geschichten:

Die titelgebende Geschichte Mein Müßiggang ist die längste und gleichzeitig beste der vier Stories. Ein alter Mann macht sich darin Gedanken über seine Gesundheit. Gedanken, die ihm erlauben, zu rauchen, und die ihn in der Vergangenheit dazu gebracht haben, sich eine Geliebte/Hure zu leisten/kaufen. Dieses Verhältnis ist aber keineswegs so erfreulich, wie er sich das vorgestellt hat.

Die Zukunft der Erinnerungen ist dann die schwächste der Geschichten. Der Protagonist erinnert sich an die Reise, die er zusammen mit seiner Familie nach Deutschland unternommen hat, um ihn und seinen älteren Bruder in ihr Internat zu bringen. Für mich nur bemerkenswert, weil dieses Internat in der Nähe von Würzburg zu liegen scheint. In der Stadt wohnt einer meiner Onkels und mein Bruder hat dort studiert.

Das Meucheln in Meuchlings passiert nur im Kopf des Mannes, der einen entfernten Freund besucht, um sich von ihm Geld zu leihen. Weil er sich zu viele Gedanken macht, traut er sich dann nicht einmal, das Thema anzusprechen. Aber nicht nur für ihn geht die Geschichte schlecht aus.

Feuriger Wein ist für mich die zweitbeste Geschichte. Ein kranker älterer Mann, der wohl magen- oder herzkrank ist, darf auf einer Hochzeit endlich wieder einmal essen und trinken was er will. Diesen Bruch seiner Diät nutzt er weidlich aus … und zahlt dafür mit Schlaflosigkeit und schließlich einem schlimmen Alptraum, in dem er bereit ist, seine Tochter für sein eigenes Weiterleben zu opfern.

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