Veronika beschließt zu sterben

Veronika beschließt zu sterben von Paulo Coelho

Veronika beschließt zu sterben von Paulo Coelho

Seit ich das „Handbuch des Kriegers des Lichts“ von Paulo Coelho entdeckt habe und es seither immer auf meinem Nachttisch liegt (zusammen mit dem „Hagakure“ und „Die Kunst des Krieges“), lese ich nach und nach alle Bücher des Autors.

Coelhos Prosa finde ich jetzt nicht sonderlich überragend. Seine Sprache ist schlicht, in weiten Teilen geradezu naiv und von keinem allzu hohen Niveau. Trotzdem mag ich seine Bücher, weil sie eine gewisse Sehnsucht in mir wecken.

In „Veronika beschließt zu sterben“ widmet der Autor sich dem Thema Verrücktheit, oder genauer gesagt, der Frage, was denn eigentlich verrückt bedeutet. Ein Thema, das Coelho schon lange beschäftigt, da er selbst dreimal von seinen Eltern in die Psychiatrie eingewiesen wurde.

Dabei ist der Tod (und gleich im ersten Kapitel werden wir Zeuge von Veronikas Selbstmordversuch, den sie ohne wirklichen Grund unternimmt, sondern einfach nur, weil sie das Leben satt hat) nicht Thema des Buches. Tod, oder vielmehr das Bewußtsein der eigenen Sterblichkeit sind hier nur Mittel zum Zweck, eine Katharsis die es den handelnden Personen ermöglicht, einen neuen Blick auf ihr Leben zu werfen.

Coelhos Aussage ist so schlicht wie seine Sprache: Verrückt ist nicht der Verrückte, verrückt ist die Gesellschaft mit ihren Zwängen und Normen. Zu sein, einfach das Leben zu leben, das man möchte, seinem inneren Selbst zu folgen, das ist wichtig, und nicht das, was andere von uns erwarten.

Simpel, ja, aber nichtsdestotrotz wahr. Und das ist es, was mich dann doch immer wieder Coelho lesen läßt, auch wenn ich oft den Kopf schütteln muß und lächeln, wenn er einmal wieder etwas zu dick aufträgt, die Dinge zu sehr vereinfacht. Wobei ich sagen muß, daß das Leben wirklich so einfach sein kann, wenn man mit positivem Vertrauen (meine Mutter und wohl auch Coelho würden das Gottvertrauen nennen) an es herangeht.

Und vielleicht packe ich ja doch irgendwann meinen Rucksack und gehe einfach los in die Welt. (Wie Caine in Kung Fu, wie ein Freund von mir so schön gesagt hat.) Ich würde das gerne tun, wirklich. Nur nicht alleine. Wenn ich den richtigen Mann treffe, der das mitmacht, dann hält mich hier nichts mehr. Aber das sind Gedanken, die ich nach jedem Coelho habe, und schon allein deshalb lese ich ihn immer wieder.

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