Meine Romy

Meine Romy von Daniel Biasini

Meine Romy von Daniel Biasini

Auch „Meine Romy“ ist eine Biographie der großen Romy Schneider. Anders als Alice Schwarzer mit ihrem eher journalistischen Ansatz in „Romy Schneider“, setzt sich Daniel Biasini aber sehr persönlich mit der großen Künstlerin auseinander … zwangsläufig:

Schon zu Lebzeiten – und erst recht nach ihrem frühen Tod – ranken sich unzählige Geschichten um Romy Schneider- unglücklich soll sie gewesen sein, neurotisch, alkoholabhängig. Lange hat Daniel Biasini, ihr zweiter Ehemann und Vater ihrer Tochter Sarah, geschwiegen. In diesem sehr persönlichen Buch spricht er erstmals offen über die wahre Romy, ihre Stärken und Schwächen, und spart auch ihre selbstzerstörerische Verzweiflung nach dem Tod ihres geliebten Sohnes David nicht aus. So entsteht ein neues Bild – das reife Portrait einer beeindruckenden Frau.

Und es ist wirklich ein sehr interessantes Bild, das Biasini hier zeichnet, nicht nur von Romy Schneider, sondern vor allem auch von sich selbst. Sein gesamter Text ist nämlich von der ersten Begegnung der beiden an durchdrungen von einer starken (Helden-)Verehrung für seine spätere Ehefrau. Oft glaubt man, hier einen männlichen Groupie sprechen zu hören oder den Anbeter einer antiken Gottheit. So wird es für den Leser sehr schwer zu entscheiden, ob und welche Gefühle er für Romy Schneider gehegt hat und noch immer hegt.

Sehr angenehm ist, daß Biasini sich bemüht, die Künstlerin vor allem als Mensch darzustellen. So verschweigt er zwar nicht ihre Schwächen, stellt aber immer wieder ihre liebenswerten Eigenschaften dar, und zeigt uns eine selbstbewußte, lebenshungrige Frau. Ein Eindruck, der durch die gut ausgewählten privaten Photographien im Buch noch verstärkt wird.

Umso bedauerlicher ist es, daß immer und immer wieder im Text auf irgendwelche Anschuldigungen eingegangen wird. Meistens geht es bei diesen Vorwürfen um Geld oder schmutzige Gerüchte oder beides. Es hätte dem Buch gut getan, wenn man sich weniger auf die Richtigstellung irgendwelcher Detailfragen konzentriert, sondern stattdessen noch ausführlicher das eigentliche Leben von Romy Schneider dargestellt hätte. Oft liest sich „Meine Romy“ so wie eine Rechtfertigungsschrift, und ehrlich gesagt, das nervt gehörig!

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