Die Masken des Cthulhu

Die Masken des Cthulhu von August Derleth

Die Masken des Cthulhu von August Derleth

Die Episoden dieses Romans zeichnen ein schreckliches Gesamtbild: Die uralte Prophezeiung, Cthulhu, der Merresgott, werde sich nach jahrhundertelangem Schlaf aus seinem Haus in R’lyeh erheben, erfüllt sich …

August Derleth heißt den Leser willkommen im Universum des H.P. Lovecraft und ersinnt neue Varianten zum unsterblichen Cthulhu-Mythos.

Ohne August Derleth wäre H.P. Lovecraft wohl nicht so bekannt, wie er es heute ist. Derleth ist nicht nur derjenige, der dafür gesorgt hat, daß noch unbekannte Geschichten Lovecrafts posthum veröffentlicht wurden, und den noch heute bestehenden Verlag Arkham House gegründet hat, um die gesammelten Werke Lovecrafts erstmals in Buchform zu veröffentlichen, er war auch derjenige, der den Begriff „Cthulhu-Mythos“ verwendete, um Lovecrafts Erzählungen zu charakterisieren, und der damit diesen Begriff prägte.

Derleth selbst schrieb viele Geschichten in Lovecrafts Universum und fügte dem Mythos verschiedene Götter und Wesen hinzu. Allerdings veränderte er auch die Ideen hinter dem Mythos, etwas, das man in den Erzählungen in „Die Masken des Cthulhu“ deutlich erkennen kann.

Die Geschichten in diesem Band selbst drehen sich alle um das Erwachen Cthulhus. Die Protagonisten sind allesamt zu Beginn nicht mit dem Mythos vertraut, sie entdecken nach und nach die Wahrheit, die schreckliche Welt hinter unserer Welt. Manche von ihnen werden dabei selbst zu den Gehilfen der Großen Alten, einige willentlich, andere unwillentlich. Dabei bezieht sich Derleth immer wieder auf Lovecrafts Geschichten, sowie auf seine eigenen. Es gelingt ihm dabei immer wieder eine Brücke zu schlagen, wirklich einen Mythos zu bilden, und an einigen wenigen Stellen findet man sich in seinen Erzählungen auch den Horror, für den HPL so bekannt ist.

Denn Derleth versucht irgendwie den Lovecraft’schen Mythos in ein Gut-Böse-Schema zu pressen, der ihm viel seines eigentlichen Schreckens nimmt. Für ihn sind die Großen Alten die bösen Kräfte im Universum, die von den guten Älteren Göttern, die auf der Seite der Menschheit stehen, in ihre Gefängnisse verbannt wurden. Geprägt ist diese Vorstellung von Derleths christlicher Gedankenwelt, die ihn vielleicht daran gehindert hat, das zu begreifen, was den Horror des Cthulhu-Mythos ausmacht: Die Vorstellung, daß Menschen nichts weiter sind als Staub in den Augen dieser außerweltlichen Wesen, bedeutungslos für das Schicksal des Universum und ohne Einfluß. DAS ist das Grauen, das Lovecraft so exzellent verstand in seinen Lesern zu erwecken. Die wenigsten können das. Leider.

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