Friedemann Bach

Friedemann Bach von Traugott Müller

Friedemann Bach von Traugott Müller

Im Schatten seines berühmten Vaters kann Friedemann Bach, der hoch begabte älteste Sohn des Meisters Johann Sebastian Bach, seine Vision von Musik nicht entfalten. Er versucht sein Glück am sächsischen Königshof und feiert dort ein umjubeltes Debüt. Doch der Unerfahrene wird Opfer einer Intrige und verläßt Dresden. Der Tod des Vaters raubt Friedemann den letzten Halt. Nach etlichen Mißerfolgen gibt er ein frühes Werk Johann Sebastians als das seine aus – aber der Betrug fliegt auf.

Gustav Gründgens, der in „Friedemann Bach“ den Titelhelden spielt, gilt nicht umsonst als einer der ganz großen deutschen Schauspieler. Auch in diesem Werk brilliert er (und sieht dabei noch verdammt gut aus). Es ist also nicht nur sein Können sondern auch seine Ausstrahlung, die ihn zu einem herausragenden Schauspieler macht. Umso bedauerndwerter, daß sich dieser Ausnahmekünstler (so wie viele andere auch) in den Dienst der Nazis gestellt hat.

Allerdings kann man bei „Friedemann Bach“ nur ganz dezent und quasi als unterschwellige Botschaft einige Propagandamotive ausmachen. Die Glorifizierung Johann Sebastian Bachs zum Beispiel, die zu dessen Lebzeiten nachgewiesenermaßen nicht stattfand. Oder auch die negative Darstellung des Künstlers Friedemann, der seiner Kunst um der Kunst Willen folgt und sie nicht in den Dienst der Gesellschaft stellt. Alles in allem aber ist „Friedemann Bach“ ein gut besetzter, hervorragend inszinierter und wunderbar tragischer Historienfilm, den man sich gerne auch mehrmals ansieht.

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