Törichter Männer Rat

Törichter Männer Rat von Einar Kárason

Törichter Männer Rat von Einar Kárason

Würde ich Island nicht sowieso schon lieben, spätestens nach der Lektüre dieses Buches wäre ich ein Fan des Landes. Dabei sind die Gestalten, die „Törichter Männer Rat“ von Einar Kárason bevölkern wahrlich keine Vorzeigeexemplare der Menschheit. Im Gegenteil! Säufer, Versager, Selbstmörder, Geisteskranke … sie alle scheinen sich unter der Mitternachtssonne der nördlichen Insel zuhauf zu tummeln.

Ebensowenig erzählt Kárason irgendwelche spektakulären Ereignisse. Nicht einmal allzuviel Spannung bietet das Buch. Und doch, es nimmt den Leser von der ersten Seite an gefangen, weiß der Autor doch, seine herrlich verschrobenen Protagonisten mit einem Leben und mit einer Liebe zu beschreiben, daß sie einem sofort ans Herz wachsen müssen. Dabei ist Kárason deutlich ein Autor der leisen Töne, schreibt zwar witzig, aber das doch eher mit hintergründigem und unaufdringlichem Humor.

Wunderbar für mich war vor allem, die manchmal recht skurrilen Begebenheiten und Erlebnisse der isländischen (Land-)Bevölkerung mit den Geschichten zu vergleichen, die mir mein Vater aus seiner Kindheit erzählt hat. Er und Kárason entstammen nämlich der selben Generation (mein Vater ist 1950 geboren, Kárason 1955). Und da zeigt sich wieder wie so oft: Die Völker und Bräuche sind zwar unterschiedlich, aber die Menschen sind sich doch in vielen Dingen sehr sehr ähnlich.

Wer auf Familiensagas der etwas anderen Art steht: Kaufen!

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