Persepolis – Eine Kindheit im Iran

Persepolis - Eine Kindheit im Iran von Marjane Satrapi

Persepolis - Eine Kindheit im Iran von Marjane Satrapi

Am nächsten Tag füllte ich einen Topf mit Erde aus dem Garten. Iranische Erde.

So endet „Persepolis – Eine Kindheit im Iran“. Die 14jährige Marji wird von ihren Eltern aus dem Iran nach Österreich geschickt, weil sie um das Leben ihres Kindes bangen.

Davor haben wir in vielen Episoden aus Marjis Sicht die Revolution im Iran erlebt und die anschließende Errichtung des religiösen Fundamentalismus. Neun Jahre ist Marji alt als die Revolution ausbricht und als Kind eines linksintellektuellen Haushalts hat sie Einblick in viele der Geschehnisse. Mit Marji lernt auch der Leser immer mehr über die politischen Zusammenhänge und bekommt gleichzeitig einen tiefen Einblick in die iranische Gesellschaft der Zeit.

Schleichend ist die Entwicklung von der Revolution gegen den Schah hin zur Herrschaft der Ultraorthodoxen. Zunächst wollen Marji und ihre Eltern auch gar nicht so recht wahrhaben, was da aus „ihrer“ Revolution geworden ist. Aber nach und nach ändert sich ihr Leben und als schließlich der Krieg gegen den Irak beginnt, herrscht nicht nur von außen sondern auch von den Religionswächtern der iranischen Regierung große Gefahr.

Mit einfachsten schwarz-weiß Bildern und schlichten fast lakonischen Sätzen schafft es dieser Comic seine Leser zu fesseln und zu bewegen wie kaum ein Roman zu diesem Thema. Unverkitscht und unpathetisch zeichnet Marjane Satrapi ein lebendiges Bild des Irans und der Iraner. Absolut empfehlenswert!

Schön auch, daß es mittlerweile mit „Persepolis – Jugendjahre“ einen zweiten Band gibt. Leider bisher nur als Hardcover.

Der Wikipedia-Eintrag zu Marjane Satrapi ist zwar im Moment noch recht kurz, aber das kann sich ja ändern, werkelt die Autorin doch sicher schon an einem neuen Buch.

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