Mount Everest

Mount Everest von Walter Bauer

Mount Everest von Walter Bauer

Als ich „Mount Everest“ von Walter Bauer in der Biographien-Bookbox von blups25 entdeckt habe, hat es mich direkt angelacht. Erst habe ich mich noch gewehrt, aber als dann ein paar Bücher wegen Platzmangel aus der Box mußten, habe ich es mir gegriffen. Ich bin nämlich schon lange ein Fan von George Mallory, der auf die Frage, warum er denn unbedingt auf den Mount Everest wolle, die so schlichte wie schöne (weil wahre) Antwort gegeben hat: „Weil er da ist.“ Und „Mount Everest“ verspricht einen Bericht von Mallory und seinen Freunden.

Leider ist das Buch aber keine Biographie sondern eine Expeditionsbeschreibung, genauer gesagt die Beschreibung der Everestexpedition von 1924, bei der Mallory ums Leben kam.

Das Buch selbst liest sich sehr schön und flüssig, in einem guten Stündchen ist man durch (es hat ja auch nur 61 Seiten). Natürlich merkt man ihm sein Alter an (es ist von 1952), denn an manchen Stellen, gerade wenn es um die Bergkameradschaft oder um Mallory selbst geht, ist es furchtbar pathetisch. Dafür entschädigt es dann aber wieder durch wunderschöne Passagen wie diese:

In dieser Stunde hatte das Schweigen des Everest begonnen, in sie einzudringen. Sie wollten es brechen. Weshalb? Was war ihnen der Berg? Aber was war der Südpol für Amundsen und Scott gewesen, und weshalb war Nansen zum Pol des Nordens gewandert? Nur um in das unberührte Weiß das Wort „Erobert“ zu schreiben mit erstarrter Hand? Es war mehr. Geheimnisse unirdischer Art lagen in den unbekannten Orten der Welt verborgen.

Oder diese:

Ja, die Welt war unter ihnen, und hier, wo sie standen, war ihre Mitte und der Kern des Schweigens. Die höchsten Berge der Erde, Tsojo, Gyatsching, lagen wie zu Hügeln erniedrigt unter ihrem Blick, die Spitzen, Grate, Gipfel wurden eigentümlich flach und glichen schimmernden Schaumkämmen und Wogenrücken in einem Meer, dessen erste Betrachter sie waren. Die Stille war ungeheuer groß. Sie waren in die geheimste Zelle des Schweigens eingetreten. Meer der Welt; und seine Wogen trugen die Namen von Bergen.

Alles in allem also wirklich ein sehr schönes kleines Buch. Und wer nach dem Lesen noch mehr über Mallory erfahren möchte, der kann das bei Wikipedia.

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: