Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli

Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli von Andrew Sean Greer

Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli von Andrew Sean Greer

Max Tivolis Leben steht buchstäblich auf dem Kopf: als alter Mann kommt er zur Welt, als Kind verläßt er sie wieder. Und sein ganzes Leben kreist um die eine Liebe, die er stets verfehlt. Max Tivoli schaut wie durch ein umgekehrtes Fernglas auf die Welt und entdeckt darin ein Mobile aus Trauer, Verlust und Liebe.

Als ich diesen Klappentext gelesen habe, wußte ich, dieses Buch muß ich lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Andrew Sean Greer erzählt auf unendlich poetische Weise eine große Liebesgeschichte, die immer wieder an der Unmöglichkeit der Umstände scheitert. Selbst als Max Tivoli seine Alice endlich in die Arme schließen kann, weiß er, daß er sie irgendwann wieder verlieren wird, verlieren muß, unweigerlich.

Neben und um diese Liebesgeschichte herum (das heißt, eigentlich sind es zwei Liebesgeschichten, eine als zentrales Thema und eine dezent im Hintergrund, wobei zweitere fast noch trauriger, fast noch tragischer ist), webt Greer ein Portrait der sich wandelnden Gesellschaft zu Beginn unseres Jahrhunderts. San Francisco ist dabei Schauplatz der Ereignisse, was dem Geschehen durch das große Erdbeben noch zusätzliche Dramatik verleiht. Dabei werden selbst die kleinsten Nebenfiguren noch ungeheuer lebendig beschrieben, stehen fast schon vor uns mit all ihren liebenswürdigen Fehlern und Schwächen.

Wunderbar auch, mit welcher Leichtigkeit der Autor den Wandel in Gesellschaft und den Wandel in seinem Protagonisten beschreibt. Greer erzählt von den ganze großen Gefühlen, von Liebe, Sehnsucht und immer wieder von Einsamkeit. Es ist wirklich eine Kunst, daß ihm das ohne jede Pathetik und ohne jeden Kitsch gelingt.

„Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli“ ist eines der ganz großen Bücher. Unbedingt lesen!

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