Romy Schneider

Romy Schneider von Alice Schwarzer

Romy Schneider von Alice Schwarzer

„Wir sind die beiden meistbeschimpften Frauen Deutschlands!“ Romy Schneider zu Alice Schwarzer

20 Jahre nach ihrer Begegnung mit Romy Schneider, die sie für die erste EMMA porträtierte, spürt Alice Schwarzer dem Star noch einmal nach. Auf ihre ganz eigene Art zeichnet sie das Bild eines Frauenlebens, das ungewöhnlich und normal zugleich war und dessen Siege und Niederlagen viel darüber sagen, was es heißt, eine Frau zu sein. So findet Alice Schwarzer hinter der Ikone den Menschen Romy Schneider.

So der Klappentext der mir hier vorliegenden Biographie. Und ich muß zugeben, ich war zunächst ein wenig mißtrauisch, ob in diesem Buch nicht vielleicht zu viel Alice Schwarzer steckt und zu wenig Romy Schneider. Ich kann schon zu Beginn sagen, dem ist nicht so.

Sicher, ganz ohne Seitenhiebe auf das Verhalten der Männerwelt läßt die Schwarzer uns nicht davonkommen; vor allem aber zeichnet sie ein eindringliches und sensibles Bild einer Frau, die an ihrem Erfolg und an ihrem Umfeld zerbrochen ist. Man spürt große Sympathie für Romy Schneider zwischen den Zeilen, und wenn man die zahlreichen Ausschnitte aus ihren Tagebüchern und Briefen, die Berichte der Knef über sie liest, kann man nicht umhin kommen, dem Menschen Romy Schneider ein ganzes Stück näher zu kommen und ihr Leben richtiggehend mitzufühlen.

Dabei beschönt die Schwarzer nichts. Alkohol- und Tablettensucht, der Drang sich einem Mann zu unterwerfen … wir sehen all die Schattenseiten von Romy Schneider. Gut dabei, daß Alice Schwarzer zwar Gründe dafür in Romys Umfeld findet, ihr Verhalten dadurch aber nicht entschuldigt. Romy Schneider ist in dieser Biographie nicht nur ein Opfer sondern auch Täterin und vor allem ganz und gar selbst für ihr Leben verantwortlich. Eine angenehm unsentimentale Sichtweise.

Gleichzeitig muß ich bei Büchern wie „Romy Schneider“ immer wieder erleichtert daran denken, wie viel weniger wir Frauen heutzutage durch Rollen und Rollenverhalten eingeschränkt sind. Seien das jetzt Stars und Sternchen oder ganz normale Frauen wie du und ich, WIR haben heute mehr Chancen als Romy damals und müssen uns nicht mehr ganz so sehr an dieser Welt verbiegen. Und dafür kann ich nur sagen: Danke Alice! Danke Romy! Danke all ihr starken und nicht so starken Frauen, die ihr vor uns wart und uns den Weg freigeräumt habt!

Und falls jemand tatsächlich nicht wissen sollte, wer Romy Schneider war, dann kann er das bei Wikipedia nachlesen.

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