Jauche und Levkojen

Jauche und Levkojen von Christine Brückner

Jauche und Levkojen von Christine Brückner

Maximiliane wächst als Waise auf einem Gut in Pommern auf. Die glücklichen Tage ihrer behüteten Kindheit enden, als sie Victor, einen überzeugten Nazi, heiratet, der in Berlin Parteikarriere macht und nur zum Kinderzeugen auf dem Gut auftaucht. Kurz vor Kriegsende fehlt von ihrem Mann jede Spur, das Gut ist verlassen, und Maximiliane muß für sich und ihre vier Kinder eine Entscheidung treffen.

Eva Mattes liest klar, ohne Sentimentalität, ohne Parteinahme, Und verleiht damit Christine Brückners Protokoll vom Untergang und Verlust einer Heimat eine neue, große literarische Qualität.

Ich weiß nicht so recht, was ich von „Jauche und Levkojen“ halten soll. Das Buch hat tolle Charaktere, keine Frage. Der alte Baron und seine Frau sind wirklich wunderbar portraitiert (und ihr Ende ist angenehm unsentimental und doch „groß“). Vor allem aber die „Heldin“ des Romans, Maximiliane, ist eine ungewöhnliche Persönlichkeit. So sehr jenseits aller Rosamunde-Plicher-Dramatismen und -Schmalzorgien habe ich selten über ein Frauenleben gelesen. Maximiliane packt ihr Leben an, trägt ihr Leid in Würde, und bewahrt sich gleichzeitig ein liebendes Herz und großen Mut. Tatsächlich blitzen hinter Dirndl und Dutt immer wieder die Zähne und Klauen einer Löwin auf.

Trotzdem ist „Jauche und Levkojen“ über viele Strecken hin deutlich zäh. Die Handlung plätschert so dahin, die Motivation der Charaktere ist oft nur allzu deutlich. Nichts bleibt rätselhaft, kaum kommt Spannung auf. Wenn ich das Buch nicht als Hörbuch gehört hätte, ich weiß nicht, ob ich bis zum Ende durchgehalten hätte.

So hat mich der schlicht perfekte Vortrag von Eva Mattes immer wieder bei der Stange gehalten. Wunderbar angenehme Stimme die Frau! Und vorlesen kann die! Respekt!

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