Tanz auf dem Vulkan

Tanz auf dem Vulkan von Heinz Steinhoff

Tanz auf dem Vulkan von Heinz Steinhoff

Es gibt Filme, die lassen den Betrachter mit einem völlig irrealen Gefühl zurück. Oft ist das positiv, regt zum Nachdenken an und bleibt für immer im Gedächtnis haften. Bei „Tanz auf dem Vulkan“ allerdings hatte ich das selbe Erlebnis wie bei den Teletubbies: Unglaube, trotzdem eine wie hypnotisierende Faszination und immer das Gefühl, gleich lachen oder weinen zu müssen. Und darum geht es:

Paris im Jahr 1830: Das Volk jubelt dem Komödianten Debureau zu, der Spottverse auf den tyrannischen König Karl X. verfasst und verbreitet. Hinter den Aktionen steckt aber nicht nur politisches Engagement: Debureau und Karl X. lieben dieselbe Frau, die Gräfin Héloise. Als der König mit ihr eine Vorstellung besucht, verhöhnt Debureau ihn öffentlich. Er wird verhaftet und zum Tode verurteilt. Auf dem Schafott ruft der Künstler das Volk auf, sich gegen den Tyrannen zu erheben.

Es ist nicht so, daß der Film schlecht ist. Die schauspielerischen Leistungen (brillant: Gustaf Gründgens als Debureau), die Songs und die Ausstattung sind super. Aber die Geschichte …

Da ist also dieser Komödiant, der nur irgendwie deshalb den König stürzen will, weil dieser seiner Freundin schöne Auge macht. Die ist verheiratet, hält sich aber, ganz Hofdame, alle Möglichkeiten offen. Soweit so gut und nichts wirklich Neues oder gar Erstaunliches.

Wenn … ja wenn da nicht der seltsame Vetter des Königs wäre, den das Volk bombig findet, weil er gerne Regenschirme mag und sein Kopf wie eine Birne aussieht … Ok … Daß die Deutschen eine Affinität zu dieser Frucht haben, das wissen wir spätestens seit Helmut Kohl. Daß aber die revolutionserprobten Franzosen allein wegen solcher Lappalien den Aufstand wagen, das war mir neu!

Und dann der Aufstand! Debureau steht auf dem Schaffot, singt seinen (zugegebenermaßen sehr schmissigen) Theme-Song „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“, alle singen mit, werfen die Hüte in die Luft und jubeln. Der fiese König (was ihn so fies macht, das kam irgendwie gar nicht recht raus, aber ist ja auch völlig egal) und seine Schergen bekommen dadurch solche Angst, daß sie Hals über Kopf außer Landes fliehen. Wenn alle Revolutionen so einfach wären, dann wäre diese Welt ein deutlich angenehmerer Ort …

Eventuell erschließt sich mir der Sinn des Filmes, wenn ich ihn alkoholisiert ansehe (wobei das schon einige Promille sein müssen!), ansonsten kann ich nur sagen: wundern, abhaken und vergessen.

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