Sinn und Sinnlichkeit

Sinn und Sinnlichkeit von Jane Austen

Sinn und Sinnlichkeit von Jane Austen

Die beiden jungen Schwestern Elinor und Marianne leben um 1800 in der englischen Provinz und sollten so langsam mal unter die Haube kommen. Die romantische Marianne verliebt sich gegen alle Vernunft in einen jugendlichen, gut aussehenden Schwärmer. Was die vernünftige Elinor kopfschüttelnd und verärgert zur Kenntnis nimmt. Nach etlichen Irrungen und Wirrungen machen beide Schwestern eine solide Partie – nur scheinbar ein romantisches Happy-End. Denn die Vernunft als höchstes Lebensprinzip ist ein dankbares Opfer für Jane Austens ironischen Blick auf die Gesellschaft.

Sebil Kekilli liest den 200 Jahre alten Text ohne falschen Respekt. So überführt sie Jane Austens „Sinn und Sinnlichkeit“ ins Hier und Heute.

Eigentlich mag ich Jane Austen. „Sinn und Sinnlichkeit“ zum Beispiel ist nur vordergründig ein typischer behäbiger Gesellschaftsroman des 19. Jahrhunderts. Tatsächlich verbirgt sich hinter den Liebeswirren der Schwestern Elinor und Marianne eine ironische Abrechnung mit der Stellung der Frau in dieser Zeit. Dazu kommen Austens wunderbare Sprache und ihr herrlicher Witz, gerade was Dialoge angeht. Ja, eigentlich müßte das ein rechtes Vergnügen sein, „Sinn und Sinnlichkeit“ nun auch als Hörbuch zu lauschen.

Wäre es wahrscheinlich auch, wenn die Sprecherin auch nur ansatzweise eine Ahnung von der Geschichte gehabt hätte, die sie da vorliest. Sibel Kekilli mag eine ausgezeichnete Schauspielerin sein, eine gute Vorleserin ist sie auf keinen Fall. Sie spricht zu schnell, betont falsch und oft hat man den Eindruck, daß sie viele der Worte, die sie da vorlesen muß, überhaupt nicht kennt. Wenn jemand nicht mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen ist, kann das vorkommen, das ist gar kein Thema. Aber daß man sie zum einen für diesen (selbst für Muttersprachler) schwierigen Text vorgesehen hat, und ihr dann zum anderen keine Hilfestellung beim Vorlesen oder der Aussprache gegeben hat, das ist schlicht eine Katastrophe.

Fazit: „Sinn und Sinnlichkeit“ von Jane Austen sollte man nicht verpassen. Allerdings sollte man sich auf keinen Fall diese Version davon antun!

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