Der Hauch des Drachen

Der Hauch des Drachen von Peter Straub

Der Hauch des Drachen von Peter Straub

„Der Hauch des Drachen“ von Peter Straub ist ein Horrorroman in der Tradition von Stephen King und Dean Koontz. Über eine friedliche amerikanische Kleinstadt bricht eine Katastrophe herein:

Hampstead, Conneticut, ist ein idyllisch gelegenes, verträumtes Städtchen. Bis in der nahegelegenen Fabrik der Katastrophenfall eintritt. Durch ein defektes Ventil tritt ein chemischer Kampfstoff aus und treibt als todbringende Wolke auf Hampstead zu. Der Hauch des Drachen senkt sich auf die Menschen und weckt das Böse in der dunklen Vergangenheit der Stadt, das nun wieder menschliche Gestalt annimmt.

Das Buch entwickelt sich nach einem etwas verwirrenden Anfang zu einem schönen Schmöker. Straub zeichnet geschickt die unheimliche Atmosphäre in der Stadt, und einige der Vorfälle, die er beschreibt sind einfach wunderbar gruselig. Die vier Helden der Geschichte werden angenehm dezent eingeführt, tatsächlich erscheint uns die weibliche Hauptfigur zunächst als unbedeutende Randgestalt bei einem Dinner. Das Buch läßt sowohl dem Leser als auch seinen Protagonisten Zeit, um sich mit der Geschichte des Drachen vertraut zu machen, der in jeder Generation erneut Schrecken in Hampstead verbreitet. Genauso viel Zeit läßt er den vieren, um sich ihrer Rolle (= der Kampf gegen den Drachen) bewußt zu werden.

So gut sich das Buch anläßt, so angenehm ausführlich Straub Figuren und Atmosphäre entwickelt, so schlecht ist das Ende. Schon der Kampf gegen den Drachen wird nicht nur durch die anrührend beschriebene mythisch-geistige Vereinigung der drei männlichen Hauptfiguren mit der einzigen weiblichen Hauptfigur bestimmt, sondern auch durch das Absingen eines extrem albernen Kinderliedes. Als wäre das nicht genug, so läßt Straub auch noch nach dem Kampf die Verbindung zwischen den vier Helden ins Belanglose verklingen. Zunächst sind alle zwar ergriffen und gerührt von ihrer geistigen Erfahrung, die ihnen wie eine mythische Hochzeit vorkommt, keine zehn Seiten weiter sind alle aber schon auseinandergetriftet und die intensive geistige Verbundenheit irgendwie nicht mehr so wichtig. Schade, daß Straub sich an dieser Stelle nicht traut, einen gewaltigen Schritt vom amerikanischen 08/15-Pärchendenken weg zu machen, und den vieren ein gemeinsames Lebensglück verwehrt.

Wenn das Ende nicht so (mir fällt kein anderes Wort ein) saudoof wäre, dann wäre „Der Hauch des Drachen“ ein gutes Buch. So ist es allenfalls besserer Durchschnitt.

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