Adler und Engel

Adler und Engel von Juli Zeh

Adler und Engel von Juli Zeh

Max ist Mitte 30 und hat als Anwalt in einer international tätigen Kanzlei schwer Karriere gemacht. Als er seine Jugendfreundin Jessie wiedertrifft und als die große Liebe seines Lebens entdeckt, gerät sein geordnetes Leben völlig aus den Fugen. Als Max entdeckt, daß Jessie und er ahnungslos in ein Netz aus Drogen- und Waffenhandel auf dem Balkan verstrickt sind, ist es schon zu spät.

Anna Thalbach hat alles im Repertoire, was an Juli Zehs Romandebüt so sehr fasziniert: Tempo, Spannung, Rausch, Wut, Erotik, Verbitterung. Ein ganz besonderes Hörbuch, spannend und verstörend bis zum Ende.

„Adler und Engel“ hätte ich ohne die „Starken Stimmen“ von BRIGITTE nicht kennen gelernt. Und das wäre verdammt schade gewesen. Das Buch ist wirklich gut und liegt total auf meiner Wellenlänge. Ich werde außerdem auch nach weiteren Werken von Juli Zeh Ausschau halten.

Denn wenn die Autorin es schafft, auch in anderen Romanen einen so schnoddrigen und gleichzeitig so gefühlvollen Ton zu treffen, wenn sie mich außerdem wieder mit der Entwicklung der Handlung und dem Aufbau des Buches überraschen kann, ja, dann rückt sie ganz weit nach oben auf meiner Favoritenliste.

Allein schon die wirklich kranken Charaktere reichen eigentlich aus, um mich für „Adler und Engel“ zu gewinnen. Da ist natürlich Max, der drogensüchtige Anwalt, dazu seine ehemaligen Schulkameraden, die stinkefaul aber charmant oder völlig durchgeknallt und in anderen Welten lebend sind. Dazu noch diverse extrem schräge Bösewichte, Künstler und Wissenschaftler … einfach herrlich! Und keiner dieser Charaktere ist wirklich, was er zu sein scheint, kaum einer verhält sich völlig so wie man es von ihm erwartet. Trotzdem schafft es Juli Zeh, die Handlung logisch voranzutreiben. Überall werden Spiele in Spielen in Spielen gespielt, überall enthüllen sich Pläne in Plänen in Plänen (und natürlich Fallen in Fallen in … na ihr wißt schon …). Echt klasse!

Das einzig Negative an dieser Ausgabe von „Adler und Engel“ ist Anna Thalbach. Es ist sowieso schon problematisch, wenn eine Frau ein Buch vorliest, das eigentlich von einem männlichen Ich-Erzähler „gesprochen“ wird. Aber das könnte man in Würde übergehen. Nicht so die Thalbach, die stattdessen versucht, diese männliche Stimme und Sprechweise nachzuahmen. Und dabei einfach nur noch scheitert. Genausowenig schafft sie es, den beiden weiblichen Hauptfiguren eigene Stimmen zu verleihen, obwohl sie es immer wieder versucht. Irgendwann klingt Jessie wie die Psychologie-Studentin und umgekehrt. Ein „einfaches“ Vorlesen wäre an der Stelle vielleicht besser gewesen. So hat die Stimme der Thalbach nach spätestens einer (von insgesamt vier) CD erheblich genervt.

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