Bonjour Tristesse

Bonjour Tristesse von Françoise Sagan

Bonjour Tristesse von Françoise Sagan

An der Seite ihres lebenslustigen Vaters genießt die 17-jährige Cécile das Leben, die erste Liebe und einen langen Sommer an der französischen Riviera. Als sich ihr Vater in die erfolgreiche Modedesignerin Anne verliebt, versucht Cécile den „Eindringling“ mit einer Intrige aus dem Weg zu räumen, die tragisch endet.

Iris Berben hat dem Lebensgefühl, dieser Mischung aus unbestimmter Traurigkeit, luxuriöser Langeweile und wohliger Melancholie, das Françoise Sagan so einzigartig beschreiben konnte, ihre kongeniale Stimme gegeben.

Auch „Bonjour Tristesse“ hätte ich wohl ohne diese Reihe nie kennengelernt. Françoise Sagan kannte ich zwar vom Namen nach, aber gelesen habe ich bisher noch nichts von ihr. Das wird sich in Zukunft sicher ändern!

Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist nämlich so bezaubernd wie bösartig. Zunächst habe ich mich ein wenig gewundert, daß die Sagan diesen Welterfolg geschrieben hat, als sie erst 18 war. Jetzt, da ich den Roman kenne, denke ich, daß es ihr wohl nur so möglich war, diese Mischung aus Unschuld und Bösartigkeit einzufangen, die Cécile ausmacht.

Es ist einfach herrlich, zu beobachten, wie dieser verwöhnte Teenager es einfädelt, die Beziehung ihres Vaters zu Anne zu zerstören. Und das aus keinem anderen Grund als daß ihr Anne anfängt einige (sehr vernünftige) Vorschriften zu machen. Manchmal verspürt Cécile sogar den Wunsch, die Intrige aufzuhalten, aber dann passiert wieder eine kleine Kränkung und sie macht weiter.

Dabei spürt man immer wieder, daß die Protagonistin, so sehr sie sich auch weltgewandt und erfahren gibt, doch noch sehr kindlich ist. Dieses Unverständnis, daß sie mit ihrem Ränkespiel einem wirklichen lebendigen Menschen weh tun könnte … einfach wunderbar!

Der Vortrag von Iris Berben ist schlicht großartig. Mit sanfter, nachdenklicher und oft melancholischer Stimme fängt sie die Launen der Ich-Erzählerin geschickt ein. Iris Berben hier zu lauschen ist wie einen grandios-traurigen französischen Film zu sehen. Sehr zu empfehlen!

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