Vergiß nie, daß ich dich liebe

Vergiß nie, daß ich dich liebe von Elizabeth George

Vergiß nie, daß ich dich liebe von Elizabeth George

Genauer gesagt: „Vergiß nicht, daß ich dich immer lieben werde.“ Das sind die letzten rätselhaften Worte, die Eric Lawton spricht, bevor er sich vor den Augen seiner Ehefrau ohne nähere Angabe von Gründen eine Kugel durch den Kopf jagt. Die Witwe macht sich auf die Suche nach den Gründen für diese Tat und deckt Schritt für Schritt das Doppelleben ihres Mannes auf, das ihm am Ende keinen anderen Ausweg mehr ließ.

Hannelore Hoger klingt ruhig, besonnen, beinahe unbeteiligt, wenn sie erzählt, wie die Figuren in Elizabeth Georges Erzählung mit schicksalhafter Unausweichlichkeit auf die Trgödie zusteuert. Und treibt damit die Spannung genüßlich auf die Spitze.

Mit „Vergiß nie, daß ich dich liebe“ hat Elizabeth George ein wirklich raffiniertes und böses kleines Buch geschaffen. Charlie Lawtons Welt zerbricht als ihr Ehemann sich selbst tötet (was man übrigens erst im letzten Drittel des Buchs erfährt), wie sehr, das begreift sie erst nach einigen Nachforschungen. Immer tiefer und tiefer gräbt sie nach den Geheimnissen von Eric Lawton, und so langsam dämmert ihr, daß sie ihren Mann nie richtig gekannt hat.

Es ist nicht nur diese ziemlich spannende Geschichte, die „Vergiß nie, daß ich dich liebe“ zu einem klasse Buch macht. Wenn man den Ausgang des Romans kennt und ihn dann noch einmal liest oder hört, wird man merken, wie früh schon (tatsächlich schon im allerersten Abschnitt) die George Hinweise auf die Hintergründe des Geschehens einstreut. Faszinierend zu beobachten, wie so völlig harmlose Worte und Sätze eine ganz neue Bedeutung bekommen.

Anders als im Klappentext beschrieben, liest Hannelore Hoger keineswegs „unbeteiligt“, sondern versetzt sich sehr subtil in die Rolle der Charlie. Manchmal ist ihre Stimme tränenerstickt, manchmal resigniert, manchmal panisch, aber sicher nie und nimmer „unbeteiligt“. Wer auch immer das geschrieben hat, scheint keinerlei Erfahrung darin zu haben, menschliche Gefühle zu erkennen.

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