Scampolo

Scampolo von Alfred Weidenmann
Scampolo von Alfred Weidenmann

Die 17-jährige italienische Waise Scampolo arbeitet auf Ischia als Fremdenführerin und trägt gelegentlich Wäsche aus. Dabei lernt sie den mittellosen jungen Architekten Roberto Costa kennen. Der hofft, bei einem Architekturwettbewerb den ersten Preis zu gewinnen – und erfährt, daß das Paket mit seinen Entwürfen nicht zugestellt wurde. Um Costa, in den sie sich inzwischen verliebt hat, zu helfen, begibt sich Scampolo persönlich mit dessen Plänen zum Wohnungsbauminister.

Tja, was soll man zu diesem Film sagen? Der erste Nachkriegs-Farbfilm in der Reihe „Die großen deutschen Film-Klassiker“. Das ist dann aber auch schon das einzige, das ihn herausragend macht.

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Far Tortuga

Far Tortuga von Peter Matthiessen
Far Tortuga von Peter Matthiessen

Far Tortuga ist das Ziel des Seelenverkäufers und Schoners Lillias Eden aus West Bay, auf dem Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts eine zusammengewürfelte Mannschaft von Schildkrötenfängern anheuert.

Kolumbus hat sie noch gesehen, die kleinen Inseln südlich von Kuba, voll von Schildkröten, so daß er sie „Tortugas“ nannte. Später waren sie die „Misteriosas“, die geheimnisvoll auftauchten und wieder verschwanden. Sie sind auf keiner Karte verzeichnet. Vielleicht waren sie ein weggetauchtes Riff, vielleicht ein Traum, eine Legende, untrennbar mit den Geschichten der schwarzen Sklaven, der indianischen Ureinwohner, Seeräuber, Schiffbrüchigen und der Desperados verbunden, irgendwo in der unendlichen Weite der karibischen See.

Dieser Klappentext klingt eigentlich ziemlich banal und absolut nicht spannend, oder? Für mich ist „Far Tortuga“ auch eher ein Zufallsfund gewesen, weil ich sowieso Bücher zum Thema Seefahrt gesucht habe. Gekauft habe ich es schlußendlich, weil der Einband so schön blau ist …

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Vergiß nie, daß ich dich liebe

Vergiß nie, daß ich dich liebe von Elizabeth George
Vergiß nie, daß ich dich liebe von Elizabeth George

Genauer gesagt: „Vergiß nicht, daß ich dich immer lieben werde.“ Das sind die letzten rätselhaften Worte, die Eric Lawton spricht, bevor er sich vor den Augen seiner Ehefrau ohne nähere Angabe von Gründen eine Kugel durch den Kopf jagt. Die Witwe macht sich auf die Suche nach den Gründen für diese Tat und deckt Schritt für Schritt das Doppelleben ihres Mannes auf, das ihm am Ende keinen anderen Ausweg mehr ließ.

Hannelore Hoger klingt ruhig, besonnen, beinahe unbeteiligt, wenn sie erzählt, wie die Figuren in Elizabeth Georges Erzählung mit schicksalhafter Unausweichlichkeit auf die Trgödie zusteuert. Und treibt damit die Spannung genüßlich auf die Spitze.

Mit „Vergiß nie, daß ich dich liebe“ hat Elizabeth George ein wirklich raffiniertes und böses kleines Buch geschaffen. Charlie Lawtons Welt zerbricht als ihr Ehemann sich selbst tötet (was man übrigens erst im letzten Drittel des Buchs erfährt), wie sehr, das begreift sie erst nach einigen Nachforschungen. Immer tiefer und tiefer gräbt sie nach den Geheimnissen von Eric Lawton, und so langsam dämmert ihr, daß sie ihren Mann nie richtig gekannt hat.

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Das Parlament der Feen

Das Parlament der Feen von John Crowley
Das Parlament der Feen von John Crowley

Es gibt nur sehr wenige Bücher, die es schaffen, den Leser zu verzaubern. Sicher, viele Bücher sind fesselnd, packend, spannend, mitreißend, traurig und noch vieles mehr. Aber wirklich nur die allerwenigsten Bücher vermögen es, eine Atmosphäre des Zauberischen, einer schrecklich-schönen Welt in unserer Welt zu schaffen. Eigentlich kommen mir nur „Winterrose“ von Patricia A. MacKillip oder alles von Neil Gaiman dabei in den Sinn. Und nun also auch „Das Parlament der Feen“ von John Crowley. Ein zauberhaftes Buch, ein verzauberndes Buch, ein Zauberbuch:

New York um die Mitte des 20. Jahrhunderts: Der junge Smokey verliebt sich Hals über Kopf in die bezaubernde Alice. Zu Fuß macht er sich auf den Weg zum Anwesen der Drinkwaters, um seinen Heiratsantrag zu überbringen. Edgewood entpuppt sich als seltsames Haus mit unzähligen Erkern, Fluchten und Trakten. Und seine Bewohner offenbaren sich als höchst eigenwilliger Clan mit verschlungener Familienchronik, in der auch das Übersinnliche seinen Platz hat. Es gab einmal einen Pakt mit den Feen, und er ist noch immer gültig …

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