Im Stahlnetz des Dr. Mabuse

Im Stahlnetz des Dr. Mabuse von Harald Reinl

Im Stahlnetz des Dr. Mabuse von Harald Reinl

Da ich die ersten beiden Dr. Mabuse Filme absolut genial finde, habe ich mich auf „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“ ganz besonders gefreut. Und rein vom Inhalt her klingt der Film ja auch ganz spannend:

Der geniale Verbrecher Dr. Mabuse scheint erneut sein Unwesen zu treiben: Ein mysteriöser Mord an einem Geheimpolizisten trägt eindeutig die Handschrift des Totgeglaubten. Die Spur führt Inspektor Lohmann, FBI-Agent Joe Como und die Journalistin Maria Sabrehm zur städtischen Haftanstalt. Dort macht eine Droge die Häftlinge zu willenlosen Werkzeugen des Schurken. Um Mabuse zu enttarnen, läßt sich Como selbst in das Zuchthaus einweisen – und gerät in Lebensgefahr.

Leider muß man aber sagen, daß hier nur ein lauer Abklatsch von Fritz Langs Meisterwerk(en) gelungen ist. Die Handlung unterscheidet sich nur marginal vom großen Vorgänger, ja einige der Handlungselemente sind absolut identisch. So nimmt auch hier „Dr. Mabuse“ mit seinen Helfern nur per Elektronik Kontakt auf, so geraten auch hier der jugendliche Held (ganz grauslig: Lex Barker als Joe Como) und seine Freundin in eine Falle, werden in einen sich mit Wasser füllenden Raum gesperrt und entkommen (und zwar auf die selbe Art wie in Langs Film).

Wäre der Film technisch und schauspielerisch gut, wäre das alles noch kein Problem. Ich habe im Prinzip nichts gegen Remakes, manche sind sogar besser als das Original. (OK, seien wir ehrlich, es gibt gaaaaanz wenige, die besser sind als das Original.) Aber Harald Reinl der „Meisterregisseur“ der 60er Jahre ist eben kein Fritz Lang. Und Gert Fröbe, so gut er auch in vielen anderen Filmen ist, ist hier absolut fehlbesetzt. (Von Lex Barker sprechen wir erst gar nicht, nein nein! *Augen zuhalt*) Seinem kumpelhaft schnoddrige Art ist sicher ganz süß und sympathisch. Aber den Kommissar, der einem Mabuse auf die Schliche kommen kann, den nimmt man ihm so gar nicht ab.

Es gibt in diesem Film nur eine einzige, absolut einzige Sache, die mir sehr sehr gut gefallen hat. Und das ist die Idee, Bettler und Hausierer als Spione zu benutzen und eine Armenspeise als Kontaktort. Das werde ich definitiv irgendwann einmal in ein Rollenspielabenteuer einbauen.

Ansonsten kann man den Film getrost vergessen.

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