Ex Tenebris

Ex Tenebris von Sabine Damerow

Ex Tenebris von Sabine Damerow

Es ist sehr lange her, daß ich ein so schlechtes Buch wie „Ex Tenebris“ gelesen habe. Tatsächlich habe ich es nicht ganz durchgelesen, ich konnte das einfach nicht mehr ertragen. Darum geht es:

Unbeirrt verfolgt Benedikt den Dämon Reva, der vor über 400 Jahren seine Familie auslöschte, durch Raum und Zeit. Besessen von dem Verlangen, Reva zu vernichten, ließ sich Benedikt in ein unsterbliches Geschöpf der Nacht verwandeln: Einen Vampir. Doch immer wieder gelingt es dem Dämon, seine Verfolger in die Irre zu führen.

Benedikts Feldzug schließen sich vier Sterbliche an, die durch Reva ein ähnliches Schicksal erlitten haben.

Gemeinsam mit seinen Gefährten folgt er Reva durch ganz Europa. Ihr Weg führt sie nach Deutschland, wo sie einer Spur bis zu einem alten Herrenhaus folgen. Dort treffen sie auf Johanna, ein außergewöhnliches Mädchen, das auf seltsame Weise mit Benedikt und seinem Schicksal verbunden zu sein scheint. Nur ganz allmählich offenbart sich, welche Macht in ihr wohnt.

In dem Haus findet die Gruppe einen magischen Schrein und zahlreiche Schriftrollen. So erfahren sie von der Legende: Benedikt ex tenebris, der aus der Dunkelheit kommt, ist der Auserwählte im Kampf gegen das Böse.

Doch ein überraschender Angriff des Dämons bringt nicht nur die Gefährten in tödliche Gefahr, sondern droht auch die ganze Welt zu vernichten.

Wo soll ich anfangen um all das aufzuzählen, was mies ist an diesem Machwerk? Vielleicht von vorne …

Wir haben es hier also mit einer Geschichte zu tun, die in Deutschland spielt. Die Protagonisten aber kommen nicht aus Deutschland sondern sind Engländer bzw. Iren. Wieso spielt die Geschichte dann überhaupt in Deutschland? Weil die Autorin Deutsche ist? Wieso dann nicht aber auch die Helden der Geschichte zu Deutschen machen? Ist das nicht exotisch und „kewl“ genug?

Dann die Protagonisten selbst, die von Klischees nur so überlaufen. Da sind die beiden irischen Jungen, von denen einer rothaarig ist, wohl übersinnliche Kräfte hat und! Patrick heißt. Dann der Engländer indischer Abstammung, der sich gerne nützlich macht und ständig gut gelaunt ist. Oder die zwar schon nicht mehr ganz junge Frau und Computerspezialistin, die aber noch so bombig aussieht, daß der Vampir sie sexy findet und mit ihr flirtet (wenn man das Geburtsjahr der Autorin in Betracht zieht, muß man nicht lange nachdenken, woher DIE spezielle Phantasie kommt). Der Vampir selbst, mit angegrauten Schläfen, groß, dunkel, geiler Körper, unbeherrscht und ansonsten absolut ohne Tiefgang (das soll wohl mysteriös sein). Das Mädchen Johanna … wer sich ein wenig mit englischer Fanfiction befaßt, der kennt den Begriff Mary Sue. Damit wird eine Figur bezeichnet, die alles weiß, alles kann, mysteriöse Kräfte hat, bombig aussieht und die (sexuelle) Aufmerksamkeit der Hauptfigur auf sich zieht. Mit anderen Worten: Jemand der superlangweilig und einfach nur noch nervtötend ist. Bis ich es aufgegeben habe zu lesen (das war bei Seite 81) traten auch noch ein französischer Forschervampir (der zudem noch Baron ist) und eine asiatische Vampirschlampe auf. Hauptsache schön exotisch und nicht normal, gell? Wo kämen wir denn auch hin, wenn die Helden in Büchern Markus und Gisela hießen und einfach von nebenan kommen würden!

Das Schlimmste aber an dieser besseren Fanfiction ist die Sprache. Gut, ich kann verstehen, wenn sich ein kleiner Verlag wie ASARO keine guten Lektoren leisten kann (mal abgesehen davon, daß das für mich eher wie einer dieser obskuren „bezahl uns und wir drucken dein Manuskript“-Verlage aussieht). Wenn sie sich ÜBERHAUPT einen Lektor geleistet haben, angegeben wird im Buch nämlich keiner. Wundern würde es mich nicht, man achte bitte einmal im folgenden Absatz auf die Verwendung des Wortes er bzw. darauf aus welcher Sicht hier erzählt wird:

Ben wischte sich über die Augen, weil das Blut von seiner aufgeplatzten Augenbraue ihm für einen Moment die Sicht nahm. Die Zeit reichte dem Baron, um erneut zuzuschlagen. Benommen spürte er, wie er durch die Luft gewirbelt wurde und hart auf dem Tisch aufschlug. Mit einem Sprung war von Landau wieder über ihm. „Begreif es endlich“, schrie er ihn an, „du kannst nicht gegen mich gewinnen, du grüner Junge. Selbst, wenn ich meine Macht nicht vollständig einsetzen kann, bin ich noch immer …“

Weiter kam er nicht. Etwas traf ihn im Rücken.

John hatte sich vor den Bücherregalen aufgebaut und nahm ein schweres Buch nach dem anderen als Wurfgeschoss heraus. Wütend drehte er sich dem Inder zu.

Nett gell? Drei Perspektivwechsel, unzählige falsche und verwirrende Beziehungen. Die deutsche Sprache kann wirklich toll sein, wenn man sie virtuos einsetzt. Sabine Damerow scheint dazu allerdings nicht fähig zu sein. Ich hoffe, es findet sich nicht noch einmal ein Verlag, der irgendetwas von ihr veröffentlicht.

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