Der zerbrochene Krug

Der zerbrochene Krug von Gustav Ucicky

Der zerbrochene Krug von Gustav Ucicky

Heinrich von Kleists „Der zerbrochene Krug“ ist eines der bekanntesten und beliebtesten deutschen Theaterstücke. Für alle, die es trotzdem nicht kennen, hier die Handlung:

Dorfrichter Adam hat eine schwierige Verhandlung zu führen: Er soll herausfinden, wer den Krug der Witwe Rull zerbrochen hat. Die Geschädigte verdächtigt Ruprecht, den Verehrer ihrer Tochter Eve. Tatsächlich aber sitzt Adam über sich selbst zu Gericht: Das Malheur ist passiert, als der Richter vor Ruprecht, der ihn beim nächtlichen Besuch bei Eve erwischt hatte, unerkannt fliehen wollte. Nun versucht der wortgewandte Adam verzweifelt, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Diese erste Verfilmung von 1937 hält sich getreu an Kleists Werk und nutzt dazu noch alle Möglichkeiten des Films. Gerade die Eingangssequenz, die völlig ohne Worte auskommt, ist dabei phänomenal gut geworden, aber auch der Rest des Films ist ganz ausgezeichnet. Von der Ausstattung bis zu den Schauspielern, von der Kameraführung bis zum Schnitt, hier stimmt einfach alles.

Alles überragend: Emil Jannings als Dorfrichter Adam. Der Mann ist schlicht genial. Er schafft es, diesen extrem liederlichen Charakter so gut und gewitzt, so schleimig und fies, kurz so lebendig darzustellen, daß man ihn fast schon wieder lieben muß. Vor allem in den Szenen, die er alleine und ohne Text hat, und im Zusammenspiel mit Friedrich Kayßler als Gerichtsrat Walter wächst Jannings aber über sich selbst hinaus.

Allein schon wegen Jannings lohnt es sich, diesen Film zu sehen. Daß Kleists Stück selbst dabei auch noch hochvergnüglich und witzig ist, ist fast schon nebensächlich.

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