Quax, der Bruchpilot

Quax, der Bruchpilot von Kurt Hoffmann

Quax, der Bruchpilot von Kurt Hoffmann

Bei einem Preisausschreiben gewinnt der kleine Angestellte Otto Groschenbügel, genannt Quax, eine Fliegerausbildung. Dort zeichnet sich der großspurige Quax vor allem durch Disziplinlosigkeit aus und muß die Schule wieder verlassen. Doch in seinem Heimatort wird er bereits als Fliegerheld gefeiert – reumütig kehrt er deshalb in die Flugschule zurück. Nach vielen Pannen kann Quax endlich sein Talent als Pilot beweisen – und die Frau seines Herzens tief beeindrucken.

Klingt eigentlich nach einem süßen kleinen Film mit Heinz Rühmann als putzigem Möchtegern-Flieger, nicht wahr? Ist es auch, irgendwie. Wenn da nicht …

Ja, wenn da nicht die Zeit der Produktion (1941) und einige ziemlich krasse Sprüche und Bemerkungen im Film wären. Ganz klar, ich spreche von Propaganda. Keine offensichtliche Propaganda, das nicht. Man sieht keine Hakenkreuzfahnen, niemand läuft in SS- oder SA-Uniform herum, ja noch nicht einmal das Militär kommt auch nur ansatzweise in dem Film vor. Wie auch, spielt er doch im Jahre 1930 als die Nazis noch gar nicht an der Macht waren.

Es ist die Haltung, die dem Film zugrunde liegt, die mich schaudern läßt. In der Fliegerschule ist es gewollt, daß der einzelne sich unterordnet. Die Gruppe ist wichtig, man muß sich einbringen und klaglos auch die niedrigsten Arbeiten für das Wohl des größeren Ganzen verrichten. Alle sind Kameraden. Disziplin wird hochgehalten. Und dann fallen so Sprüche wie „Fliegerische Zucht und Ordnung steht über allem!“ und ganz besonders böse „Die Fliegerei ist nämlich eine wichtige Sache, wichtiger für uns alle als sie ahnen“. Klasse Spruch, was? Vor allem, wenn man bedenkt, daß 1941 schon die ersten Luftangriffe der Engländer geflogen wurden.

Trotzdem sollte man sich den Film einmal anschauen. Und sei es auch nur, um sich bewußt zu machen, daß selbst ein so geliebter und liebenswürdiger Mann wie Heinz Rühmann sich unter den Nazis seine Unschuld nicht bewahren konnte. Keiner konnte das. Und so ist „Quax, der Bruchpilot“ eine der wenigen Komödien, die mich ziemlich traurig gestimmt hat …

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