Der Abschied

Der Abschied von Lothar-Günther Buchheim

Der Abschied von Lothar-Günther Buchheim

Es ist der Abschied von der unvergänglichen See, den Schiffen, die nicht mehr sind, und den Männern, deren Tage nicht mehr wiederkehren.

Zwei Männer machen sich noch einmal gemeinsam auf den Weg: Lothar-Günther Buchheim und der „Alte“, Buchheims Kommandant auf der U-96. An Bord der „Otto Hahn“, dem absurdesten Schiff der deutschen Nachkriegszeit, fahren sie von Rotterdam nach Durban. Unendlich viele Fragen sind noch offen – für die Antworten, beide wissen es, bleibt nicht mehr viel Zeit.

„Der Abschied“ ist der dritte und abschließende Band von Buchheims berühmter Trilogie, die mit „Das Boot“ beginnt und mit „Die Festung“ weitergeführt wird. Buchheim versucht hier, einiges aufzuarbeiten, offene Fragen zu klären, bevor es zu spät ist. Noch immer ist es die Vergangenheit, die ihn bewegt, der zweite Weltkrieg, das Nazi-Regime. Vor allem von seinem früheren Kommandant möchte er wissen, wieviel der damals gewußt hat, und natürlich, wie es ihm seither ergangen ist.

So mischen sich wehmütig-schmerzliche Gespräche zwischen den beiden alten Schiffskameraden mit fullminanten Beschreibungen der Seefahrt. Poetische Schilderungen der hohen See wechseln sich mit scharfen Beobachtungen der Besatzung und technischen Beschreibungen des einzigen deutschen Atomschiffes ab. Der Autor nimmt hier Abschied von vielem. Nicht nur von seinem ehemaligen Kapitän, sondern auch vom alten Weg der Seefahrt. In einer Zeit, in der selbst ein Kind einen hochtechnisierten Tanker sicher durch die Weltmeere steuern kann, ist kein Platz mehr für diese Seebären mit ihren alten Ritualen.

Selbst durch Buchheims großartige bildhafte Schilderungen des Schiffes oder des Meers (der Mann ist eben durch und durch Photograph) zieht sich so eine gewisse Wehmut. Ein trauriges Buch, ein gutes Buch, das man unbedingt lesen sollte, wenn einem „Das Boot“ und „Die Festung“ gefallen haben.

Der „Alte“ und Buchheim sind übrigens natürlich ganz und gar wirkliche Personen, selbst wenn außen auf dem Buch das Wort „Roman“ steht. Bei Wikipedia finden sich diese Einträge zu Lothar-Günther Buchheim und Heinrich Lehmann-Willenbrock.

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