Das Testament des Dr. Mabuse

Das Testament des Dr. Mabuse von Fritz Lang

Das Testament des Dr. Mabuse von Fritz Lang

Fritz Lang ist ein Genie! Anders aber als andere Meisterregisseure der Stummfilmzeit hat er den Übergang zum Tonfilm nahtlos vollzogen und zeigt auch in diesem Medium sein großes Können. Diesen Übergang symbolisiert wohl auch eine seiner berühmtesten Figuren, Dr. Mabuse. In „Dr. Mabuse, der Spieler“, Langs zweiteiligem (weil vier Stunden langem) Stummfilm von 1922 begegnet uns Dr. Mabuse das erste Mal. Am Ende der Handlung wird der Chef einer Verbrecherorganisation gefaßt und in die Nervenklinik eingewiesen. Zehn Jahre später wird nicht nur ein neuer (Ton-)Film um Dr. Mabuse gedreht, zehn Jahre später setzt auch die Handlung wieder ein:

Dr. Mabuse, Patient in der Nervenklinik von Prof. Baum, ist besessen von der Idee, die Menschheit zu vernichten. Mit hypnotischen Kräften zwingt er den Arzt, seine Verbrecherpläne von einer Bande ausführen zu lassen. Die Polizei und Kommissar Lohmann sind zunächst ratlos. Als erste Spuren auf Dr. Mabuse hinweisen, stirbt dieser, doch der Terror hält weiter an … Meisterregisseur Fritz Lang schuf 1933 einen faszinierenden Grusel-Thriller von bleibendem Wert.

Dabei schafft es Lang, mit „Das Testament des Dr. Mabuse“ das erste Mal in der Geschichte des Tonfilms das zu drehen, was wir heute wohl einen Mystery-Thriller nennen würden. Denn obwohl in diesem Film ein Kommissar vorkommt und es um Verbrechen geht, läuft die Handlung nicht so einfach und geradlinig, wie wir das bei einem Krimi erwarten würden. Ein geistig umnachteter Ex-Polizist, eine Verbrecherorganisation, die Liebe zwischen einem Ganoven und einer einfachen Angestellten, die Ermittlungen der Polizei, die Geschehnisse in der Nervenklinik … auf vielen Ebenen wird die Handlung vorangetrieben, werden Hinweise ausgestreut und so Spannung erzeugt. Schon viel früher als der Kommissar weiß der Zuschauer, welche Verbrechen geplant sind, und kann mitfiebern, ob die Polizei den Gangstern noch rechtzeitig auf die Schliche kommt. „Suspense“ hat Hitchcock das später genannt, Fritz Lang macht es hier schon vor.

Hypnose, Persönlichkeitsspaltung, Geistererscheinung … auch mit diesen Elementen spielt Lang und läßt seine Zuschauer sich gehörig gruseln. Für die heutigen Verhältnisse sind die benutzten Effekte natürlich eher zu belächeln, trotzdem lohnt sich der Film. Es braucht nämlich keine teuren und spektakulären Effekte, um Spannung zu erzeugen. Fritz Lang schafft das ganz einfach, indem er eine aufregende Geschichte packend erzählt. Es wäre schön, wenn sich so mancher Regisseur heutzutage daran ein Beispiel nehmen würde.

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