Große Freiheit Nr. 7

Große Freiheit Nr. 7 von Helmut Käutner

Große Freiheit Nr. 7 von Helmut Käutner

Eigentlich sollte der 1943 gedrehte Film „Große Freiheit Nr. 7“ im Premierejahr 1944 noch einmal so richtig Stimmung an der Heimatfront machen. Ein schöner und fröhlicher Film über die teutsche Seefahrt, der die Deutschen vergessen lassen sollte, daß sie dabei waren, einen Krieg zu verlieren. Dafür wurde viel Geld ausgegeben, dafür wurden die beliebtesten Schauspieler engagiert und es wurde sogar in Agfacolor gedreht.

Heraus kam dabei dann das:

Der ehemalige Matrose Hannes Kröger ist als „singender Seemann“ die Attraktion in einem Vergnügungslokal auf der „Großen Freiheit“ in Hamburg-St.-Pauli. Da tritt die junge Gisa in sein Leben. Erst will Hannes es nicht wahrhaben, daß er sich in sie verliebt hat. Doch als er ihr endlich seine Liebe gesteht und für sie sein ganzes Leben ändern will, ist es zu spät: Gisa hat ihr Herz an den jungen Willem verloren. Es kommt zu einem dramatischen Finale …

Wenn man „Große Freiheit Nr. 7“ sieht, dann braucht man sich nicht wundern, daß die Nazis vom Ergebnis ihres Vorhabens so entsetzt waren, daß der Film im deutschen Reich nicht gezeigt werden durfte. Das gezeigte Milieu, St. Pauli, die Huren, die schäbigen Zimmer, die verluderten Frauen, die versoffenen Matrosen … nein, so wollte man die deutsche Seefahrt wirklich nicht darstellen.

Dabei ist der Film richtig gut, dramatisch inszeniert, melancholisch und herzzerreißend. Hans Albers stellt den heruntergekommenen Matrosen gekonnt, ja geradezu mitreißend dar, Ilse Werner als Gisa ist schlicht bezaubernd. Vor allem aber dem Regisseur Helmut Käutner ist es zu verdanken, daß uns die nazionalsozialistische Bildsprache erspart geblieben ist, und im Gegenteil sogar recht surrealistische Traumsequenzen in diesem Film zu finden sind.

Nicht nur, aber auch wegen der Lieder ein absolutes Muß!

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