Die Drei von der Tankstelle

Die Drei von der Tankstelle von Wilhelm Thiele
Die Drei von der Tankstelle von Wilhelm Thiele

Willy, Hans und Kurt sind unzertrennliche Freunde. Als sie ihr Vermögen verlieren, verkaufen sie ihren letzten Besitz, ein Auto, und eröffnen mit dem Erlös die Tankstelle „Zum Kuckuck“. Zu den besten Kunden des Trios gehört bald die schöne Lilian, Tochter des reichen Konsuls Coßmann. Fatalerweise verlieben sich alle drei in die reizende Frau – und der Männerbund scheint zu zerbrechen. Doch mit einem Trick weiß Lilian allen zu ihrem Glück zu verhelfen.

„Die Drei von der Tankstelle“ ist vor allem eins: Ein bezauberndes Musical, dessen Song „Ein Freund, ein guter Freund“ wohl fast noch bekannter ist als der Film selbst. Die Handlung ist, wie bei den meisten Musicals, eher zweitrangig, wenn auch durchaus charmant und amüsant.

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Gletschergrab

Gletschergrab von Arnaldur Indriðason
Gletschergrab von Arnaldur Indriðason

Arnaldur Indriðason ist der isländische Kriminalautor und deshalb wollte ich unbedingt etwas von ihm lesen. „Gletschergrab“ klingt im Klappentext schon ziemlich interessant:

Schauplatz: Europas größter Gletscher

Die Eiskappe des Vatnajökull auf Island schmilzt. Die Streitkräfte der US-Basis Keflavík sind in Alarmbereitschaft, denn der Gletscher hütet ein Geheimnis: Ein abgestürztes Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg mit brisanter Fracht. Vor der grandiosen Kulisse des ewigen Eises gerät eine junge Isländerin in Lebensgefahr. Sie weiß nur wenig, aber das ist schon zu viel für die Drahtzieher der „Operation Napoleon“ …

Und das Buch ist auch ziemlich spannend, da kann man nichts sagen. Es bietet alles auf, was ein Thriller braucht, die intelligente Heldin Kristín, die durch Zufall mitten in eine militärischen Geheimaktion stolpert, ein wenig sexuelle Spannung, Angst um den Bruder, wunderbar fiese Bösewichte und sogar die Nazis. Es liest sich wirklich gut, auch wenn die Beschreibungen etwas ausführlicher sein könnten, vor allem wenn es um die Charakterisierungen geht (die zudem deutlich subtiler hätten sein können).

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Spirou und Fantasio

Spirou und Fantasio von André Franquin und Greg
Spirou und Fantasio von André Franquin und Greg

Ich habe „Spirou und Fantasio“ immer gerne gelesen. Der pfiffige Hotelpage, der rasende Reporter, der verrückte Erfinder, das putzige Dschungeltier und vor allem das zynische Eichhörnchen haben mich ganz sicher nie schlecht unterhalten.

Zwei der in diesem Sammelband vertretenen Geschichten sind auch ziemlich klasse. „Der Plan des Zyklotrop“ spielt witzig mit Motiven aus „Dr. Mabuse“ und „James Bond“-Filmen sowieso mit jedem Klischee des verrückten Wissenschaftlers. „QRN ruft Bretzelburg“ ist eine bissige Parodie auf Deutschland, wobei sich sowohl Anklänge an das Dritte Reich als auch auf die DDR finden.

Wieso man sich aber entschieden hat, mit „Das Nest im Urwald“ den Sammelband zu eröffnen, ist mir schlicht schleierhaft. Nicht Spirou und sein Freund Fantasio sind die Hauptfiguren, sondern eine konkurierende Reporterin, die einen Film über die Lebensweise der Marsupilamis präsentiert. Das ganze ist sehr charmant erzählt und die Baby-Marsupilamis sind supersupersupersüß, sicher. Aber eine typische „Spirou und Fantasio“-Geschichte ist das leider nicht. Aber wahrscheinlich wollte BILD einfach den Niedlichkeitsfaktor nach oben treiben. Schade.

Zazie in der Metro

Zazie in der Metro von Raymond Queneau
Zazie in der Metro von Raymond Queneau

„Zazie in der Metro“ ist wieder so ein Buch, das ich ohne BookCrossing nie kennengelernt hätte. Ich hatte bisher nie etwas davon gehört und nur der (spärliche) Klappentext hat mich veranlaßt, es aus der [bookbox] Buch der 1000 Bücher von Zibele zu nehmen:

„Zazie in der Metro“ ist kein Buch über die Pariser Metro, nur nebenbei ein Buch über die Göre Zazie, vielmehr ist es ein Buch über Paris, ein Buch über die Sprache des Alltags, ein Buch, das alles auf den Kopf stellt.

Und ich habe es auf keinen Fall bereut! Dieses Buch ist so wunderbar geschrieben, so herzergreifend komisch, daß es eine reine Wonne ist. Die kleine Zazie, die ein paar Tage bei ihrem Onkel Gabriel in Paris ist, möchte eigentlich nur mit der Metro fahren. Dummerweise streikt die und so muß sie Paris zu Fuß oder im Taxi von Gabriels Kumpel Charles erkunden. Dabei trifft sie auf liederliche Polizisten, anhängliche Witwen, russische Fremdenführer und eine Menge Touristen. Als ob die seltsamen Bekannten ihres Onkels nicht schon amüsant genug gewesen wären: Der Kneipenwirt mit seinem geschwätzigen Papagei, die Kellnerin, die in Charles verschossen ist, der zynische Schuster von nebenan, sie alle sind herrlich verschroben. Wenn man dazu noch die Tatsache nimmt, daß der riesenhafte Gabriel als Travestiekünstler arbeitet und seine Frau Marceline eigentlich Marcel heißt, ja, dann kann man sich vorstellen, daß man es hier mit einem sehr turbulenten und sehr unterhaltsamen Buch zu tun hat.

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