Der blaue Engel

Der blaue Engel von Josef von Sternberg

Der blaue Engel von Josef von Sternberg

„Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich und Emil Jannings ist ein echter Klassiker und schon alleine deshalb sollte jeder ihn gesehen haben. Worum aber geht es?

Der Gymnasialprofessor Rath entdeckt, daß seine Schüler das anrüchige Lokal „Der blaue Engel“ besuchen. Voller Empörung stellt er dort die Sängerin Lola Lola zur Rede. Doch schon bei der ersten Begegnung erliegt er ihren Reizen. Der zweite Besuch endet gar in ihrem Bett. Nicht ohne Folgen: Am Morgen danach wird der Professor von den Schülern als „Unrat“ verhöhnt. Erst viel zu spät merkt er, dass ihn seine Leidenschaft zu Lola Lola zielsicher ins Verderben führt.

Wir werden also Zeuge des Verfalls bzw. Abstiegs eines hochangesehenen und strengen Mannes, der das erste Mal in seinem Leben mit der verruchten Halbwelt des Varietés konfrontiert wird. Zwei Welten prallen aufeinander und Professor Rath verspürt die große Faszination, die das leichte Leben und vor allem die Sängerin Lola Lola ausübt. Kaum aber hat er sich gegen sein altes Leben entschieden, merkt er, daß er den alten Zwängen und Moralvorstellungen mehr verhaftet ist, als ihm das gut tut.

Der Film, der hier in einer digital überarbeiteten Fassung vorliegt, übt auch heute noch eine große Faszination aus. Das liegt nicht so sehr an der Story, die sich zwar an Heinrich Manns „Professor Unrat“ anlehnt, aber längst nicht dessen Radikalität entwickelt. Es liegt vor allem an den beiden Hauptdarstellern Marlene Dietrich und Emil Jannings. Die Dietrich in ihrer ersten großen Rolle bezaubert mit ihrer Schönheit, ihrem Charme und den wundervollen Liedern (und wer kennt nicht „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“?). Jannings (übrigens der einzige Deutsche, der je den Oscar für den besten Hauptdarsteller gewonnen hat) beeindruckt durch seine eindrucksvolle Mimik und seine konsequente Charakterdarstellung.

„Der blaue Engel“ ist einer der letzten Filme, die noch von einer „freien“ Ufa produziert wurde, bevor sie unter Hitler gleichgeschaltet wurde. Hier kann man zum letzten Mal die Kunst der vielen jüdischen Filmschaffenden der 20er Jahre erleben. Ein großer Film mit großartigen Darstellern, wunderbarer Filmmusik und einem ausgezeichneten Drehbuch … viele moderne deutsche Produktionen könnten sich davon eine Scheibe abschneiden.

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