Der Duft des Blutes

Der Duft des Blutes von Rike Speemann

Der Duft des Blutes von Rike Speemann

Manchmal kauft man sich Bücher, obwohl man weiß, daß sie eigentlich … nun … nicht sehr gut sind. Das Bild auf dem Cover, der Titel und dann dieser Klappentext:

Die Speicherstadt in Hamburg: Hier erwacht an einem Spätsommerabend Peter von Borgo aus einem langen Schlaf. Das wäre an sich nichts Ungewöhnliches, doch Peter von Borgo hat bereits vor 350 Jahren gelebt und braucht nun – frisches Blut!

Seine Leidenschaft richtet sich ausgerechnet auf die junge Kommissarin Sabine Berner, die einen komplizierten Fall lösen muß. Peter bleibt Sabine bei ihren Ermittlungen dicht auf den Fersen …

Aber irgendwie hatte ich mal wieder Lust auf eine Vampirgeschichte, also habe ich „Der Duft des Blutes“ mitgenommen. Ich habe es auch eigentlich nicht bereut, das Buch liest sich locker und angenehm. Natürlich ist es nicht anspruchsvoll und an vielen Stellen ziemlich lächerlich, aber naja, etwas anderes hatte ich auch nicht erwartet.

Da ist zunächst einmal dieser Vampir, der sich auch noch „von BORGO“ nennt (hallo? Borgo-Paß? Dracula? wie offensichtlich KANN man eigentlich sein?), und so ziemlich jedes Klischée erfüllt, das man sich vorstellen kann. Er ist groß, gut aussehend, hat Geschmack, spielt wunderbar Klavier, ist gebildet, und reich ist er auch noch. Mit anderen Worten: Er ist ziemlich langweilig.

Dann bastelt die Autorin immer wieder irgendwelche Rückblenden in die Vergangenheit Hamburgs ein, die weder irgendeine dramaturgische Bedeutung noch sonst eine Relevanz haben. Oft hat man (auch bei der Stadtbeschreibung) den Eindruck, daß Rike Speemann (ein Pseudonym von Ulrike Schweikert) einfach nur mit ihrem Wissen angeben will, bzw. sonst eben historische Romane schreibt und das auch noch mit in die Handlung hineinwurschteln will.

Die Story ist irgendwie an den Haaren herbeigezogen (genau wie die stalkerhafte Einmischung des Vampirs) und über die „Heldin“ sprechen wir besser gar nicht. Trotzdem, für einen verregneten Nachmittag oder eine lange Zugfahrt, kann man „Der Duft des Blutes“ sicher brauchen. Wirklich vom Hocker reißt das Buch aber wohl niemanden.

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