Das fliegende Klassenzimmer

Das fliegende Klassenzimmer von Kurt Hoffmann

Das fliegende Klassenzimmer von Kurt Hoffmann

Ich glaube, wir kennen ihn alle, Erich Kästners großen Kinderbuchklassiker. Doch nicht? Dann hier die kurze Zusammenfassung, die uns auf der DVD gegeben wird:

Die Erstverfilmung des gleichnamigen Kinderbuchs von Erich Kästner läßt den Schulalltag so richtig ins Trudeln geraten. Rund um die Schultheater-Aufführung „Das fliegende Klassenzimmer“ bricht am Internat die alte Fehde mit der Realschule wieder auf. Noch während sie sich die verrücktesten Sachen ausdenken, lernen die Gymnasiasten, daß es im Leben vor allem auf Freundschaft und Ehrlichkeit ankommt.

Für mich war diese Erstverfilmung von 1954, die uns hier als erste DVD der DeAgostini-Reihe vorliegt, immer die beste aller Verfilmungen des fliegenden Klassenzimmers. Die zweite Verfilmung von 1973 mit Joachim Fuchsberger ist mir deutlich zu kitschig. Die neuste Verfilmung von 2002 ist schlicht zu modern, irgendwie nicht mehr so recht Kästner. Vielleicht trägt auch viel zum Charme der Originalverfilmung bei, daß Erich Kästner hierfür nicht nur das Drehbuch geschrieben hat, nein, er spielt auch noch mit (und zwar sich selbst).

Klar, in diesem Film passiert nicht viel mehr als daß ein paar Diktathefte verbrannt werden, ein paar Schüler sich prügeln und zwei alte Freunde sich nach langen Jahren wieder finden. Für uns, die wir an permanenter Reizüberflutung leiden, ist das vielleicht zunächst ein wenig langweilig. Wenn man sich aber auf den Film und seinen bedächtigen Erzählton einläßt, dann rührt er einem schnell das Herz. (Und spätestens wenn Justus von seiner kranken Mutter und seinem besten Freund erzählt, muß ich jedesmal zum Taschentuch greifen.) Nicht nur wegen der Geschichte, sondern auch wegen des Einsatzes und der Spielfreude aller, gerade aber der jungen Schauspieler. Wer ein wenig aufpaßt, kann hier übrigens Peter Kraus in seiner ersten Rolle entdecken.

Was für mich darüber hinaus den Charme des fliegenden Klassenzimmers ausmacht, ist, daß hier Menschen mit Respekt behandelt werden und andere mit Respekt behandeln. Kästners Erwachsene nehmen Kinder ernst und werden deshalb selbst von den Kindern ernst genommen. Es ist eine zutiefst humanistische Haltung, die uns hier begegnet. Kästners Figuren sind gute Menschen, und das nicht, weil sie sich von ihren guten Taten etwas erhoffen, sondern weil sie ihre Mitmenschen mit all ihren Schwächen und Fehlern lieben und zu verstehen suchen. Und ist es nicht gerade das, was uns heute manchmal fehlt?

Ich kann nur allen Eltern empfehlen, sich mit ihren Kindern diesen Film anzusehen. Genauso empfehlenswert ist natürlich das Buch „Das fliegende Klassenzimmer“, das im übrigen heute noch genauso aussieht, wie es damals von Kästner entworfen wurde.

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