Chinesische Abende

Posted in Alexandria with tags , on 7. Dezember 2017 by lady8jane
Chinesische Abende herausgegeben von Leo Greiner

Chinesische Abende herausgegeben von Leo Greiner

„Chinesische Abende“ ist eine wunderschöne Zusammenstellung von chinesischen Erzählungen aus verschiedenen klassischen Perioden. Übersetzt wurde das Ganze 1914 von Leo Greiner, was den Geschichten einen sehr passenden altmodischen Sprachduktus gibt. Greiner hat zusammen mit einem chinesischen Bekannten gut aus der riesigen Vielfalt der chinesischen Überlieferungen ausgewählt, so daß sich in diesem schmalen Band eine interessante Übersicht der verschiedenen Sagentypen findet.

Umso ärgerlicher ist es, daß der Insel Verlag in „Chinesische Novellen“ gleich drei der 22 Erzählungen noch einmal abgedruckt hat. Da hätte man sich schon ein wenig mehr Mühe mit der Recherchearbeiten (innerhalb des eigenen Hauses!) machen können.

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Rio Grande

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. November 2017 by lady8jane
Rio Grande von John Ford

Rio Grande von John Ford

Kirby Yorke (Wayne) ist Kavallerieoffizier in einem texanischen Fort. Seit 15 Jahren lebt er von seiner Frau Kathleen und Sohn Jeff getrennt. Überraschend wird Jeff seinem Kommando unterstellt. Yorke behandelt ihn wie alle anderen Soldaten – ohne jedes Zeichen von Liebe oder Zuneigung. Auch Kathleen kommt in das Fort. Sie möchte Jeffs Entlassung aus dem Militärdienst erreichen. Da greifen die Apachen das Fort an. Yorke beauftragt seinen Sohn, Frauen und Kinder in Sicherheit zu bringen. Der Offizier will die Überfälle der Apachen endgültig eindämmen. Aber die Indianer ziehen sich nach ihren Raubzügen immer ins sichere Mexiko zurück. Yorke sieht nur einen Ausweg: In einer gefährlichen Mission überquert er mit seinem Trupp unter Mißachtung der Vorschriften den Grenzfluß Rio Grande …

„Rio Grande“ ist ein ganz großartiger Western, auch wenn er mit „echten“ Cowboys nichts zu tun hat. Trotzdem ist John Waynes Kavallerieoffizier ein ganz klassischer „lonesome cowboy“ im besten Sinne des Wortes. Er ist einsam, ein harter Mann, gnadenlos auch gegen sich selbst.

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Das grüne Haus

Posted in Alexandria with tags , on 21. November 2017 by lady8jane
Das grüne Haus von Mario Vargas Llosa

Das grüne Haus von Mario Vargas Llosa

„Das grüne Haus“ ist das erste Buch von Mario Vargas Llosa, das ich gelesen habe und ich weiß nicht so recht, was ich dazu sagen soll. Stilistisch und sprachlich ist der Autor hochinteressant. Aber die Geschichte selbst … naja.

Erzählt wird, im Prinzip, die Geschichte Bonifacias, die als kleines Mädchen von Soldaten ihrer Familie von eingeborenen Indianern entrissen wird, in einem Nonnenkonvent in Peru aufwächst, schließlich aus Mitleid die jüngeren Mädchen dort in die Freiheit entwischen läßt und dafür von den Nonnen verstoßen wird. Sie heiratet irgendwann einen Serganten, der kommt ins Gefängnis und Bonifacia endet als Prostituierte im namengebenden grünen Haus.

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In 80 Tagen um die Welt

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. November 2017 by lady8jane
In 80 Tagen um die Welt von Jules Verne

In 80 Tagen um die Welt von Jules Verne

Phileas Fogg schließt mit den Mitgliedern seines vornehmen Londoner Club eine abenteuerliche Wette: In 80 Tagen will er um die Welt reisen! Ein riskantes Unternehmen, vor allem, weil er dabei sein gesamtes Vermögen aufs Spiel setzt- Mit seinem Diener Passepartout begibt er sich auf Weltreise, per Schiff, mit der Eisenbahn, aber auch auf dem Elefantenrücken. Sie retten in Indien der jungen Witwe Auda das Leben, kämpfen in Amerika gegen Indianer und müssen viele Gefahren meistern. Und dann ist da auch noch der Londoner Detektiv, Mister Fix. Er verfolgt Phileas Fogg hartnäckig, weil er ihn für einen raffinierten Bankräuber hält. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …

Jules Verne, einer der Wegbereiter des modernen utopischen Romans, hat mit „In 80 Tagen um die Welt“ eines seiner spannendsten und vielseitigsten Bücher geschrieben.

Ich liebe Jules Verne! Schon immer habe ich seine Bücher verschlungen, und wahrscheinlich ist er „schuld“ an meinem Steampunk-Fimmel. Aber er schafft es auch einfach ganz genial, Science Fiction, spannende Geschichten, tolle Charaktere und Humor zu verbinden.

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Mit brennender Geduld

Posted in Alexandria with tags , on 7. November 2017 by lady8jane
Mit brennender Geduld von Antonio Skármeta

Mit brennender Geduld von Antonio Skármeta

Skármetas Roman ist eine poetische Evokation, eine Hommage an den größten chilenischen Dichter unseres Jahrhunderts, Pablo Neruda, ein Stück zärtliche Erinnerung eines im deutschen Exil lebenden Schriftstellers an sein Land und sein Volk.

„Mit brennender Geduld“ erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen dem Briefträger Mario Jiménez, dem Sohn eines Fischers in Isla Negra, und Pablo Neruda, dem Dichter. Mit Hilfe eines Gedichts, das Mario dem väterlichen Freund abringt, gewinnt er das Herz seiner Angebeteten: Die Macht des Wortes, die treffende Metapher, die Poesie wirkz Wunder. Als Neruda von der Regierung Allende als Botschafter nach Paris entsandt wird, vergißt er seinen Briefträger nicht. Er schreibt ihm, und dafür schickt ihm Mario auf Tonband die Glockentöne, das Meeresrauschen, die Laute der Tiere und Menschen ins ferne Freankreich. Todkrank kehrt der Dichter nach Chile zurück. Dann kommt der Putsch – und danach wird es dunkel: Neruda stirbt, Mario wird abgeholt, er und sein Volk haben – zunächst – ihren Kampf um Freiheit, Demokratie und Poesie verloren. Was bleibt, ist die Hoffnung auf die Erfüllung der Visionen Nerudas.

Schon bei „Der Dieb und die Tänzerin“ ist mir aufgefallen, daß Antonio Skármeta einen sehr lebendigen, prallen, ja deftigen Stil hat. Auch in „Mit brennender Geduld“ greift er ordentlich in die Vollen: Erotik, Sex, anzügliche Sprüche und sonstige „Nettigkeiten“ wo man auch hinsieht. Vor allem Marios Schwiegermutter ist immer wieder für eine spitze Bemerkung gut.

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Indien

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. Oktober 2017 by lady8jane
Indien von Paul Harather

Indien von Paul Harather

Heinzi Bösel (Josef Hader), ein kleinbürgerlicher Widerling und Kurt Fellner (Alfred Dorfer), ein vom Yuppie-Zeitgeist gestreifter Streber, reisen als Inspektoren des Gast- und Hotelgewerbes durch die Provinz. Aus der anfänglichen Feindseligkeit entsteht eine Freundschaft, die am Schluß sogar der Intensivstation standhält.

„Indien“ ist ein wirklich sehr sehr österreichischer Film. Und auf der anderen Seite … so gar nicht. Er ist schräg, megaseltsam und ganz sicher nicht für jeden geeignet. Im Prinzip geht es nur um diese beiden Looser-Typen, die sich miteinander unterhalten oder sich (öfter) gegenseitig auf den Sack gehen und sich streiten. Dabei entstehen Szenen, die man lange im Gedächtnis behält, wie die eine in der Indien-Liebhaber Kurt Fellner zu indischer Musik bei Sonnenuntergang mitten in der österreichischen Pampa tanzt.

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Bitterer Reis

Posted in Alexandria with tags , on 21. Oktober 2017 by lady8jane
Bitterer Reis von Duong Thu Huong

Bitterer Reis von Duong Thu Huong

Mit Duong Thu Huong werde ich wohl einfach nicht so recht warm. Schon „Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt“ hat mich ja nicht begeistern können. „Bitterer Reis“ ist ein wenig besser, aber auch wirklich nur ein wenig. Darum geht es:

Bitterer Reis erzählt das Leben der Studentin Hàng, die seit Jahren glücklos ihr Dasein in den Dienst der Familie gestellt hat: zur Entlastung ihrer Mutter, die am Rande von Hanoi einen kleinen Laden betreibt, zur Unterstützung ihres Onkels Chinh, der sich auf Kosten der Familie im Aufbau des Kommunismus profiliert, und in der Freundschaft zu ihrer Tante Tàm, die ihr von dem verstorbenen Vater erzählt. Jahrelang ist Hàng auf der Suche nach dem verlorenen Paradies, nach dem Vietnam, das nur noch in den Erinnerungen an ihre eigene Kindheit fortlebt, das Land der endlosen grünen Reisfelder, Blumenhecken und Sternennächte, das Land der bunten und duftenden Märkte. All dies ist mit der Agrarreform zerstört worden. Doch eines Tages eröffnet sich Hàng die Möglichkeit, alle alten Bindungen zu lösen und sich aufzumachen, auf die Suche nach einem neuen, noch unbekannten Paradies.

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