Augenstern

Posted in Alexandria with tags , on 21. September 2017 by lady8jane
Augenstern von Harry Mulisch

Augenstern von Harry Mulisch

Italien kurz nach dem Krieg. An einer Tankstelle hält ein Rolls-Royce. Der Tankwart, ein junger Niederländer, macht die alte Dame artig darauf aufmerksam, daß er jedes Wort der auf Holländisch geführten Unterhaltung verstehe. Beeindruckt lädt die alte Dame ihn ein, sie nach Capri zu begleiten. Doch das stilvolle Luxusleben im Palazzo findet für den Nachwuchs-Dandy und Möchtegern-Schriftsteller ein jähes Ende.

In „Augenstern“, das mit Witz, Leichtigkeit und Klugheit die Tücken des Erwachsenwerdens schildert, zeigt sich Harry Mulisch ganz von seiner heiteren Seite.

Nachdem ich mit „Das Attentat“ bisher ja eher schweren Stoff von Harry Mulisch gelesen habe, war ich von „Augenstern“ wirklich überrascht. Das Buch ist mindestens so gut wie „Das Attentat“ und gleichzeitig so heiter und spielerisch, daß es wirklich Spaß macht. Zudem ist das Bändchen auch noch so schmal, daß man es leicht in einem Rutsch durchlesen kann.

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Onkel Toms Hütte

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. September 2017 by lady8jane
Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe

Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe

Der farbige Sklave Tom und seine Familie führen ein rechtloses Leben auf einer Farm im Süden der Vereinigten Staaten. Und trotzdem geht es ihnen noch besser als vielen ihrer Leidensgenossen. Denn der Farmer Mr Shelby ist ein guter Herr, der sich um seine Arbeiter kümmert und für sie sorgt.

Doch dann gerät er in finanzielle Schwierigkeiten und ist gezwungen, Tom zu verkaufen. Toms Familie wird auseinander gerissen, und für ihn selbst beginnt ein Leidensweg, der in zu verschiedenen Besitzern führt.

Harriet Beecher-Stowes spannender und aufrüttelnder Roman ist ein inzwischen klassisches Plädoyer gegen den Sklavenhandel, das weltweit große Beachtung fand und wesentlich zur Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten beigetragen hat.

Wenn man sich mit der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung ein wenig beschäftigt, kann man schnell nachvollziehen, daß „Onkel Tom“ von Malcom X und den Mitgliedern der „Black Panther“-Bewegung als Schimpfwort verwendet wird. Denn Harriet Beecher-Stowes Titelheld ist wirklich gar zu duldsam und unterwürfig. Was aber vor allem damit zu tun hat, daß er ein Christ ist und als solcher duldsam und demütig ist. Und Christ ist er, weil Beecher-Stowe selbst stark gläubig war.

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Der gegrillte Mann

Posted in Alexandria with tags on 7. September 2017 by lady8jane
Der gegrillte Mann herausgegeben von Betty Mindlin

Der gegrillte Mann herausgegeben von Betty Mindlin

Vogelfrauen, Schlangenmänner, fliegende Köpfe, Riesenpenisse und gefräßige Vaginen bevölkern die Mythenwelt der brasilianischen Amazonas-Indianer. Der Kampf der Geschlechter wird mitunter mit drastischen Mitteln ausgefochten, und so mancher Galan endet auf dem Grill. Doch neben schwarzem Humor und dem Vergnügen am Schrecken dominiert die Hingebungsfreude, die Lust an der Lust, die sich frei von urbaner Scheu offenbart. Diese Geschichten mit ihrer großen literarischen Kraft entführen uns in eine fremdartige, schillernde, verzauberte Welt, doch die Themen – Liebe, Verführung, Eifersucht, Schmerz – sind universell.

Betty Mindlin hat die vorliegenden Erzählungen während ihrer langen Aufenthalte bei den Amazonas-Indianern gesammelt. Sie erschließen erstmals eine unbekannte Literatur, die vom Untergang bedroht ist.

„Der gegrillte Mann“ ist eine Sammlung von Mythen von sechs verschiedenen Indianerstämmer aus der Amazonasregion. Anders als der Untertitel es impliziert, sind diese Märchen und Erzählungen allerdings keineswegs erotisch, tatsächlich dreht es sich höchstens in der Hälfte der Geschichten überhaupt um Sex. Alle anderen handeln zum großen Teil vom gesellschaftlichen Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Aber vermutlich verkauft sich ein Buch mit Erotik im Untertitel einfach besser.

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Sirene in blond

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. August 2017 by lady8jane
Sirene in blond von Frank Tashlin

Sirene in blond von Frank Tashlin

Um seine Karriere in einer Werbeagentur zu retten, will Rockwell Hunter das Sexsymbol Rita Marlowe für eine Lippenstift-Kampagne gewinnen. Im Gegenzug soll Rockwell in der Öffentlichkeit ihren neuen Liebhaber spielen. Darüber ist allerdings seine Verlobte Jenny nicht besonders glücklich …

„Sirene in blond“ klingt wie eines dieser albernen kleinen Schmonzettchen. Und der Film ist es auch über weite Strecken. Aber mit voller Absicht und das wird von vornherein klar. Allein schon die Werbestrecke zu Beginn macht deutlich, daß wir es mit einer Satire zu tun haben und zwar mit einer bitterbösen.

Hier wird einfach alles durch den Kakao gezogen: Die Werbebranche, die Sensationspresse, männliche wie weibliche Filmstars, schleimende Angestellte, Fans … alles. Gerade die Sache mit den Fans hat mich sehr amüsiert. Da meint man immer, daß kreischende Mädchen und hysterische Ausbrüche beim Anblick eines Stars ein Phänomen unserer Zeit wären. Weit gefehlt, wie man hier sehen kann!

Alles in allem ein wirklich unterhaltsamer Film, dem man sein Alter allerdings schon deutlich ansieht. Der Humor war damals einfach ein wenig … anders. Aber für einen Regentag zwischendurch mal, sehr nett.

Die Zeit der Sternschnuppen

Posted in Alexandria with tags , on 21. August 2017 by lady8jane
Die Zeit der Sternschnuppen von Sergio Bambaren

Die Zeit der Sternschnuppen von Sergio Bambaren

Der Himmel kennt viele Geheimnisse: die wahre Liebesgeschichte von Sonne und Mond, das Rätsel um das Kreuz des Südens oder die mutige Mission einer Sternschnuppe … Sergio Bambaren, der Millionen Leser mit seinen Büchern berührt, erzählt in diesem stimmungsvoll illustrierten Buch, wie eine Nacht im Himalaya sein Leben veränderte – und lehrt uns, an Wunder zu glauben.

„Die Zeit der Sternschnuppen“ ist also eines der Bücher, mit denen Sergio Bambaren Millionen von Leser berührt. Das müssen ganz schön schlichte Gemüter sein, aber ehrlich mal!

Was Bambaren da verzapft ist ein krudes Gemisch aus Möchtegernmärchen und Platitüden, gemischt mit ein paar „Lebensweisheiten“, die es eigentlich nicht wert sind, so genannt zu werden. Im Grunde sind es nämlich nicht weiter als etwas netter formulierte Bauernweisheiten oder die schlauen Sprüche, die man sich von Mutter und Oma anhören muß (und die einen ordentlich ankotzen).

Ich denke, Bambaren versucht irgendwie auf der Paolo Coelho Welle zu reiten (als Surfer weiß er ja, wie man das tut). Dazu mischt er noch ein wenig Antoine de Saint-Exupéry, verpackt das ganze in putzige kleine Märchen, die man mal schnell zwischendurch lesen kann.

Definitiv ein Autor, von dem ich nur abraten kann.

Huckleberry Finn

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. August 2017 by lady8jane
Huckleberry Finn von Mark Twain

Huckleberry Finn von Mark Twain

Früher führte Huckleberry Finn ein unbeschwertes Leben. Doch seit er mit seinem Freund Tom Sawyer einen Schatz gefunden hat, ist es damit vorbei. Denn nun taucht sein Vater auf, ein Landstreicher, der sich bisher wenig um Huck gekümmert hat. Jetzt aber versucht er, in den Besitz des Geldes zu gelangen. Für Huck gibt es nur eine Lösung: Er reißt aus. Auf seiner Flucht trifft er den entflohenen Sklaven Jim und gemeinsam brechen beide zu einer abenteuerlichen Floßfahrt auf, den Mississippi hinunter.

„Huckleberry Finn“ ist eines der wichtigsten Bücher des amerikanischen Bestseller-Autors Mark Twain und für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen spannend und lesenswert. Ein internationaler Klassiker und ein Glücksfall für die Weltliteratur!

„Huckleberry Finn“ ist tatsächlich nicht nur eines der wichtigsten Bücher von Mark Twain, sondern ein sehr wichtiges Buch für die amerikanische Literatur und die westliche Literatur allgemein. Denn es ist eines der ersten Bücher, die in Umgangssprache geschrieben sind. Dieser Schritt von einer hohen (und damit auch künstlichen) Schriftsprache zu einem Erzählen einfach so, wie das Volk eben spricht und handelt, ist so gewaltig und auch so gewagt, daß man Twain eigentlich gar nicht genug dankbar sein kann. Dabei ist es für uns heutige Leser eigentlich nicht mehr so recht nachzuvollziehen, teilweise bemerken wir den Unterschied gar nicht, da wir dieses Erzählen ja aus vielen modernen Romanen gewohnt ist.

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Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt

Posted in Alexandria with tags , on 7. August 2017 by lady8jane
Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt von Duong Thu Huong

Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt von Duong Thu Huong

Ein Paar läßt sich scheiden …

Vu Sinh, Militärkommandant, liebt eine junge Schauspielerin, auch seine Frau Luu fühlt sich zu einem anderen hingezogen.

Doch die Partei macht die Scheidung rückgängig …

„Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt“ ist vor allem eines nicht: eine Liebesgeschichte. Es geht darin nämlich nur bedingt um Liebe, sondern vielmehr um gesellschaftliche Zwänge. Daß Vu Sinh und Luu überhaupt erst heiraten, passiert nur, um ihre Kameraden nicht zu enttäuschen und/oder lächerlich zu machen, die eine Liebesgeschichte zwischen den beiden vermuten. Auch die Anfechtung der Scheidung unternimmt Luu nur, weil ihre Vorgesetzte sie dazu drängt und sie ihr nicht sagen will, daß sie längst mit einem anderen glücklich ist. Wieder nicht, weil sie sich schämt, sondern um die Frau, mit der sie befreundet ist und die sich so sehr um sie kümmert und für sie einsetzt, nicht vor den Kopf zu stoßen.

Dies alles wird in einem sehr nüchternen, fast schon protokollarischen Stil erzählt, der erst gar keine Romantik aufkommen läßt. Tatsächlich ist das Poetischste an diesem Buch wohl der Titel. Muß man nicht gelesen haben.