Hollywood im Winter

Posted in Alexandria with tags , on 21. Mai 2017 by lady8jane
Hollywood im Winter von Lydia Mischkulnig

Hollywood im Winter von Lydia Mischkulnig

Für Kunst muß man Gesetze übertreten. So zumindest lautet die Maxime des Industriellen und Kunstmäzens Tauschitz. Er serviert seinen Gästen ein stilvolles Abendessen auf einem gestohlenen samtroten Kirchenvorhang, sammelt in kleinen Urnen die Zigarettenasche bedeutender Schauspieler, legt seine Terrasse mit Grabsteinen berühmter Menschen aus und schreckt auch nicht davor zurück, seinen Sohn Caesar mit wahren Künstlergenen auszustatten

Im Rahmen der alljährlichen Festspiele wählt Tauschitz für die Inszenierung des Ödipus Rex (sehr frei nach Sophokles) den bekannten Regisseur Berg aus und überläßt ihm – traditionsgemäß – für diese Zeit das karge, aber inspirative Turmzimmer seiner Festung. Eifrig wirkt auch Tauschitz‘ Familie bei den Vorbereitungen der Veranstaltungen mit: Ehefrau Edith hat einen Preis für Nachwuchsdramatiker gestiftet, Tochter Antonia geht mit Berg ein Verhältnis ein, Caesar gelangt zu ungeahnten schauspielerischen Ehren. Die Grenzen zwischen Theater und Realität beginnen zu verschwimmen.

„Hollywood im Winter“ ist ein wirklich bösartiges Buch über den Kunstbetrieb rund um die Salzburger Festspiele. Die Künstler sind durch die Bank extrem selbstbezogen, dämlich, völlig planlos, arrogant und unfähig. Die Kunst, die sie machen ist … schlicht bescheuert (aber nicht ganz unrealistisch, wenn man sich ansieht, was teilweise auf den Bühnen der Welt so inszeniert wird).

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Der Wind in den Weiden

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. Mai 2017 by lady8jane
Der Wind in den Weiden von Kenneth Grahame

Der Wind in den Weiden von Kenneth Grahame

Es ist Frühling – und eigentlich Zeit für den Frühjahrsputz. Doch dazu hat der Maulwurf keine Lust und macht lieber einen Ausflug. Als er dabei Ratz, die Wasserratte, den sympathischen Angeber Kröterich und den hilfsbereiten Dachs kennen lernt, beginnt für alle vier eine aufregende Zeit.

Ihre Freundschaft muß sich bewähren, als es gilt, Kröterichs Landsitz „Krötenhall“ von den Bewohnern des Wilden Waldes zurückzuerobern.

„Der Wind in den Weiden“ ist die klassische phantastische Tiergeschichte. Die amüsanten Abenteuer der vierbeinigen Helden mit den durchaus menschlichen Zügen haben viele begeisterte Leser gefunden.

Kenneth Grahame hat mit „Der Wind in den Weiden“ tatsächlich ein ungeheuer unterhaltsames Buch geschrieben. Das liegt nicht zuletzt auch daran, daß er hier nicht allzusehr die moralische Keule schwingt. Klar, viele seiner Charaktere sind gut und hilfsbereit, sie sind verläßliche Freunde, treue Kameraden und weise Ratgeber. Aber eben nicht immer. Manchmal sind sie einfach auch faul und haben keine Lust zu arbeiten. Und dann ist da Kröte, der ein Feigling und Aufschneider ist wie er im Buche steht. Ich habe nie ganz verstanden, wie es die anderen Tiere mit ihm aushalten. Ein gutes Herz ist nicht alles, irgendwie …

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Die Ballade von Johnny Sosa

Posted in Alexandria with tags , on 7. Mai 2017 by lady8jane
Die Ballade von Johnny Sosa von Mario Delgado Aparaín

Die Ballade von Johnny Sosa von Mario Delgado Aparaín

„Die Ballade von Johnny Sosa“ ist ein großes kleines Buch über den Traum vom Ruhm, über die Menschenwürde, den Blues und die Schwierigkeit, im richtigen Moment nein zu sagen.

Endlich einmal ein Klappentext, der genau ins Schwarze trifft! Dieses raffinierte kleine Buch (tatsächlich nicht viel länger als eine Ballade) macht einfach nur Spaß. Mario Delgado Aparaíns trockener Humor, gepaart mit seinen farbigen Beschreibungen und Johnny Sosas herrlichem Englisch … großartig!

Dabei ist das Thema eigentlich so ernst wie es ernster nicht geht. Die Diktatur in Uruguay war wohl eine der grausamsten des lateinamerikanischen Kontinents, das Land als „Folterkammer Südamerikas“ bekannt.

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Pickpocket

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. April 2017 by lady8jane
Pickpocket von Robert Bresson

Pickpocket von Robert Bresson

Michel begeht als Hobby Taschendiebstähle und wird umgehend verhaftet. Dies gibt ihm die Möglichkeit, über die Sittlichkeit von Kriminalität nachzudenken. Nach seiner Entlassung stirbt jedoch seine Mutter. Er lehnt die Unterstützung seiner Freunde Jeanne und Jacques ab und fängt, nachdem er Unterricht bei einem Fachmann erhalten hat, wieder mit dem Taschendiebstahl an, denn dies ist für ihn der einzige Weg sich auszudrücken …

Es gibt sehr gute französische Filme, ich habe schon einige gesehen, die mich einfach nur umgehauen haben. Aber die, für die sich die SZ-Redaktion entschieden hat, sind irgendwie alle … blöd. Auch „Pickpocket“ ist da keine Ausnahme.

Gut, er ist nicht so grauenhaft wie „Die Verachtung“, man kann ihn sich anschauen, ohne daß man körperliche Schmerzen erleidet. Aber er ist auch nicht überragend. Tatsächlich ist er irgendwie völlig belanglos. Es passiert nichts auch nur ansatzweise überraschendes oder interessantes. Man könnte es sich also auch sparen den Film anzusehen. Völlig und total sparen.

Die Tränen Luzifers

Posted in Alexandria with tags , on 21. April 2017 by lady8jane
Die Tränen Luzifers von Rosa Lobato de Faria

Die Tränen Luzifers von Rosa Lobato de Faria

Der Schausteller Bernardo ist verliebt in das Revuegirl Maria-Antonia. Um die Frau für sich zu gewinnen, schließt er einen Pakt mit dem Teufel. Er kriegt die Dame seines Herzens, wenn er Luzifer für eine Träne seine männlichen Nachkommen verspricht.

Wieder eine Folge von „Bescheuerte Klappentexte“ … Wer „Die Tränen Luzifers“ nach dieser Beschreibung liest, wird ganz sicher nicht das bekommen, was er beim Kauf des Buches erwartet hat. Mal ganz davon abgesehen, daß er schlicht falsch ist. Bernardo verspricht tatsächlich irgendwie in einem Traum dem Teufel seine männlichen Nachkommen, aber mit den Tränen Luzifers hat es etwas ganz anderes auf sich. Die „Tränen Luzifers“ (oder „Tränen Shivas“) sind eine Flüssigkeit, die einen Menschen in die Lage versetzen, eine Woche lang in einem todesähnlichen Zustand zu verbringen. Und Bernardo hat einen kleinen Vorrat dieser Flüssigkeit aus Indien mitgebracht (und verwendet sie für eine Nummer in seiner Show).

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Till Eulenspiegel

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. April 2017 by lady8jane
Till Eulenspiegel von Gisela Geisler

Till Eulenspiegel von Gisela Geisler

Till Eulenspiegel zieht von Ort zu Ort, und überall hält er die Leute zum Narren. In Braunschweig backt er Eulen und Meerkatzen statt Brötchen, in Erfurt lehrt er einen Esel lesen und in Leipzig führt er die Kürschner mit einer Hasenkatze hinters Licht.

Der Wortwitz und der hintergründige Humor von Eulenspiegel sind mittlerweile legendär. Seine Streiche spielt er mit Vorliebe den Reichen und Mächtigen, aber auch Heuchler, Aufschneider und Betrüger werden von ihm bloßgestellt.

Kein Wunder, daß diese Geschichten nicht nur Erwachsene zum Lachen bringen. Auch Kinder mögen den Schalk Eulenspiegel, weil er die Dinge beim Namen nennt und sich von den Großen nicht alles gefallen läßt. So ist Eulenspiegel, dessen Streiche erstmals vor 500 Jahren aufgezeichnet wurden, eine der berühmtesten Figuren der deutschen Literatur geworden.

Eigentlich mag ich die Geschichten um „Till Eulenspiegel“. Allerdings haben sie mir in dieser geballten Form nicht so recht Spaß gemacht.

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Mein Franz von Assisi

Posted in Alexandria with tags , on 7. April 2017 by lady8jane
Mein Franz von Assisi von Nikos Kazantzakis

Mein Franz von Assisi von Nikos Kazantzakis

„Alexis Sorbas“ hat mich begeistert, insofern war ich auf „Mein Franz von Assisi“ sehr gespannt:

Nikos Kazantzakis (1883-1957) gehört zu den großen griechischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein „Alexis Sorbas“ begründete seinen Weltruhm.

„Mein Franz von Assisi“ bezeichnete Kazantzakis als „ein kämpferisches Werk, das den christlichen Mythos in eine ‚unsichtbare Gegenwart‘ trägt. Als ich in die engen Gassen von Assisi einbog, fühlte ich eine unsagbare Seligkeit in mir.“

Es ist keine wirkliche Biographie, die Nikos Kazantzakis hier über Franz von Assisi schreibt. Vielmehr ist es eine freie Nacherzählung, bei der einiges weggelassen und einiges hinzuerfunden wurde.

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